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eine Verſtärkung der Schloßwache, die aus Deutſchen und Spa⸗
niern beſtand.
Im Schloſſe hatte Alles ein unbefriedigendes und düſteres An⸗ ſehen. Der Geiſt des Herzogs von Arcos, des königlichen Statt⸗ halters, der ſonſt ſo fruchtbar an Hülfsmitteln und entſchloſſen war, ſchien gelähmt zu ſein, ehe die Entſcheidung heranrückte,
Mit jedem Augenblicke erhielt er Nachrichten von offenem
Murren, von kleinen Gewaltthätigkeiten unter dem Pöbel, von
zahlreichen Verſammlungen, kurz von einer, am Rande des Auf⸗ ruhrs ſtehenden Stadt.„
Der Herzog befand ſich an ſeinem Schreibtiſche und hatte eben einen Brief verſiegelt.
Kaum war dies geſchehen, ſo erhob er ſich und ſein bisher düſteres Antlitz hatte ſich plötzlich aufgeheitert.
— Nein, rief er trotzig aus, ich fürchte ſie nicht, die Elen⸗
den, was will der armſelige Pöbel beginnen, noch habe ich Ge⸗ walt über dieſe Stadt und wehe dem, der mir Widerſtand ent⸗ gegenzuſetzen wagt, ſei er Edelmann, Bürger oder Lazzarone, er ſoll mir mit ſeinem Haupte dafür büßen. : Ein Diener trat ein und meldete den Prinzen Giulio Ca⸗ raffa. Der Herzog empfing ihn mit außerordentlicher Freude, trotz des finſtern Ernſtes, welchen er aus den Zügen ſeines Gaſtes las.
— Es muß ein wichtiger Umſtand ſein, welcher den Prin⸗ zen Giulio Caraffa veranlaßt, vor mir zu erſcheinen, nahm der Duca das Wort, denn Wochen ſind vergangen, ſeitdem ich ihn
nicht ſah. Viele Feſte fanden indeſſen an meinem Hofe ſtatt
und keinem wohnte Prinz Caraffa bei; ich hoffe, daß er dem nächſtbevorſtehenden nicht fern bleiben werde.
— Hoheit, nahm Giulio mit würdiger Haltung das Wort, die Zeiten ſind ernſt, ja drohend und erſcheinen mir wahrlich nicht geeignet Feſtlichkeiten zu veranſtalten; allein, das iſt Sache Eurer Hoheit; ich darf es nicht wagen Ihnen Vorwürfe zu machen; aber in Anbetracht des bedrückten Volkes und der dro⸗ henden Haltung halte ich es für meine heilige Pflicht Ihr Au⸗ genmerk auf die Zuſtände Neapels zu richten. Hoheit, werfen Sie einen Blick auf die Stadt; die obdachloſe Menge hat ihr
Nachtlager unter den Eingängen der Kirchen, auf den Stufen der Paläſte, auf den Bruſtwehren im Schloßgarten, oder auf andern
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