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In Folge dieſes Zuſtandes war eine förmliche Hungersnoth
ausgebrochen; dieſe Plage, ſchlimmer als Peſt und Krieg, wüthete
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in dem Herzen des Landes.
Der Tod nahte ſich vielen Unglücklichen der niedern Volks⸗ klaſſe wie ein Schlaf der Ermattung, er forderte täglich, gleich einem ſchleichenden Geſpenſt ſeine Opfer und dennoch betrachteten
ihn die Heimgeſuchten, ſonſt ſo kühn und lebhaft, mit jenem
ſtumpfen zweifelhaften Blicke, welcher andeutet, daß ſelbſt die Liebe zum Leben in uns erſtorben iſt.
Auf dem Mercato del Carmine, wo ſonſt ein jauchzendes Gewühl im Wohlſtande ſich hin und hertummelte, zeigte ſich heute, wie bereits geſagt, ein trauriges Bild.
Hier lagen Männer erſchöpft und abgezehrt, dort ſaßen viele Frauen und Kinder zuſammengekauert, ſprachlos wie verſteinerte Leichen nebeneinander.
Keine Klage ertönte, kein Geräuſch war hörbar als höch⸗ ſtens ein lauter Kuß, den eine Mutter auf die erſtarrenden Lippen ihres ſterbenden Kindes drückte, oder die Stimme eines Knaben, der mit dem Geſicht im Schooß verſteckt, nach Nah⸗ rung ſchrie.
An einer andern Stelle zeigten ſich die Fiſcher Neapels, auch ſie ſtanden ſchweigend und düſter, nicht aber nahm man an ihnen jene Erſchlaffung wahr, welche ſich der übrigen Volks⸗ ſchichten bemächtigt hatte.
Ein gewiſſer Trotz in ihren Zügen deutete an, daß ſie min⸗
deſtens im Stande waren, noch Widerſtand zu leiſten, daß ſie auf
ein Mittel ſannen, das Joch, welches das Land drückte und ſolche Zuſtände hervorgerufen hatte, zu brechen.
Haufen unwilliger Landleute ſtanden ſeit Tagesanbruch vor dem Steuergebäude und wiewohl ſie den Beamten, die ſich hin
und her durch die Verkäufer drängten, keinen Widerſtand ent⸗
gegenſetzten, ſo beobachteten ſie doch mit finſtern Geſichtern die kleinlichen Plackereien, womit die Beamten thre Dienſtpflicht ausübten.
Mit dem vorrückenden Tage füllte ſich der Marktplatz immer
mehr und als ob man gleichgültig gegen die Fruchtſteuer geweſen wäre, die ſeit vielen Tagen die Käufer verſcheucht hatte, ſtröm⸗ ten Landleute herbei, die volle Körbe mit den Früchten der Jah⸗
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