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ſieht. Der Artemis Bildſäule ſtand auf dem Altare
in des Tempels Mitte, von eines Bildners Meiſter⸗
hand geſchaffen. Da ſtand der Läto Tochter, der Füße einen vorgeſtreckt, die Rechte faßt einen Pfeil im Köcher, der von der Schulter hängt; die Hindinn Kerynitis mit Goldgeweih und ehrnen Läufen birgt ſich unter den Bogen, den die Göttinn in der herab⸗ geſunknen Rechten trägt.
Der Stral des Mondes, auf der Hälfte ſeiner Laufbahn, beglaͤnzte den Tempel, da ſtimmte Kymo⸗ dokeia an der Gefärtinnen Spitze(ihrer waren ſo viele als Okeaniden) die Hymne an die jungfräuliche Göttinn an. Eine Schaar von Jägern ſiel in den Ge⸗ ſang der Maͤdchen ein:
„Schlingt euch in ſchwebende Tänze, verdoppelt, „führet den Chor, den heilgen zurück!
„Artemis, der Wälder Herrſcherinn, nimm die from⸗ „men Gelübde gnädig auf, von erwählten Jungfraun, „makelloſen Kindern, auf Sibillens Rath, dir darge⸗ „bracht.— Auf der ſchwimmenden Delos, unter eines „Palmbaums Schatten, biſt du einſt zum Licht er⸗ „wacht.— Lätos Wehen mild zu lindern kreisten Schwä⸗ „ne mit Geſang ſiebenmal um die harmonienreiche Inſel „her— ihre Lieder zu verewgen erfand dein Götter⸗ „bruder, der Lyra ſieben Saiten.
„Schlingt euch in ſchwebende Tänze, verdop⸗ „pelt, führet den Chor, den heiligen zurück!
„Du liebſt der Flüſſe Ufer, der Haine Schatten, „ des grünenden Kragos, des kühlen Algidon und des
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