Abends ein Mann Arm in Arm mit einem Frauenzim⸗ mer von ſeltener Schönheit auf dem Kirchhofe umher und ſuchte unter den Steinen, den Raſenhügeln und Kreuzen. Ein drei Jahre alter Junge ſprang voraus und ſpielte mit den klirrenden Eiſenfiguren, welche die ſtummen Denkmäler zierten.
„Was ſteht da für ein Name?“ fragte die hohe weibliche Geſtalt, indem ſie ſich zur Seite neigte und ihren Begleiter anſah.
Er las:
Sebaſtian Oernroos, den 1. December 1795.
„Gott ſei Dank! er ſeufzte nicht lange,“ flüſterte ſie.
Sie ſtanden jetzt an dem Gegenſtande, um deſſent⸗ willen ſie hergekommen waren.
Auf dem kleinen Sandwege, der Leiler's und Alf⸗ hild's Gräber vereinigte, knieeten Beide.
„Weine nicht ſo, meine Geliebte,“ ſagte der Mann und ſchlang ſeinen Arm um den zarten Leib der Zittern⸗ den.„Sie wären hienieden doch nicht ſo glücklich ge⸗ worden, als ſie jetzt dort oben ſind.“ Das glaub ich auch,“ antwortete ſie mit ſüßer, zu⸗ verſichtlicher Stimme.„Aber der Abend iſt feucht, wir müſſen umkehren! Unſer Kleiner könnte ſich erkälten.“
„O er iſt geſund— aber laß mich Dir den Shawl beſſer um die Schultern hüllen, theure Marie 1
Ende des vierten und letzten Vaͤndchens⸗


