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in ſeinen kräftigſten Jahren, und bekämen wir nur eine junge Frau ins Haus, dann würde man ein ganz anderes Leben ſehen!“
„Zu viel Leben, Madame Liſa! Du und ich, wir würden dann nur noch Nullen ſein, das würdeſt Du ſehen. Gott bewahre uns vor ſolch einer Thorheit! Ein Mann in ſeinen beſten Jahren ſagſt Du! Ein ſau⸗ berer Mann mit einem Bein, das an der Krücke geht, und einem, das ein lebendiger Barometer iſt! Glaubſt Du, das ſei etwas, was man einer jungen Frau an⸗ bieten dürfe! Nein, Madame Liſa, dießmal hat Dein Wohlmeinen Deine gewöhnliche Klugheit übertölpelt.“
„Ich ſagte ja nicht, daß ſie gerade ein junges Täubchen ſein müſſe, was die Jahre betrifft, obſchon ſie immer eine junge Frau ſein wird, in ſo fern ſie erſt geheirathet hat,“ ſagte Liſa mit zu viel Laune, um einen Widerſpruch zu finden.„Kurz und gut, auf dieſe Art würden der Herr Major fühlen, daß er einige Freude von ſeinem Leben und ſeinen Reichthümern hat.“
„Aber glaubſt Du, Liſa, daß Du ebenfalls Freude und Behagen daran finden würdeſt, wenn Du von nun an einer Hausfrau gehorchen und Dich nach ihrem Willen richten müßteſt?“
„Wenn ſie den Herrn Major glücklich machte, ſo würde ich mich wohl darein finden können,“ antwortete Liſa in demüthigem Tone, der jedoch immerhin bewies, daß es ihr ein Opfer ſein würde.
„Aber ich könnte es nicht ertragen, wenn mein Weib Dich kommandirte, Liſa! Nein der Vorſchlag taugt nichts; der muß geradezu verworfen werden.“
Liſa ſah mißvergnügt aus.„Ich hatte ſchon aus⸗ gemacht, wie es bei der Wahl zugehen ſollte,“ ſagte ſie halblaut.
„Und wie denn, Liſa? Das kannſt Du mir ſchon ſagen— nur der Unterhaltung wegen, ſiehſt Du.“
„Nun, ich habe ſo gedacht: der Major hat bei den Nachbarn Beſuche abgeſtattet, und iſt zu ihnen einge⸗ laden worden, obſchon er ſtets zu Hauſe bleibt. Jetzt


