Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1844)
Entstehung
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zuſteuern, die Segel zu reffen und das Boot auszuſetzen. Aber kaum war dieſes an den Strand geſtoßen, als Blum mit einem raſchen Sprung auf dem ſchwediſchen Boden ſtand, den er in ſeinem Entzücken hätte küſſen mögen, da er ja Marie trug und bewirthete. Von dem weißen Schleier geführt, der noch zwiſchen den ſchwarzen Klüften hervorſchimmerte, flog Blum der Seite zu, wo der theure Friedensgruß ſeine Ankunft geweiht hatte; und obſchon nicht gewöhnt, ſo ſteile und ſchlüpfrige Wege hinan zu klettern, erreichte er doch bald ſein Ziel. Marie ſtand auf einem kleinen grünenden Raſenfleck zwiſchen zwei geborſtenen Felſenmaſſen, der Platz war geräumig genug, um auch Blum zu faſſen. Er ſprang hinab, ergriff die Hand des angebeteten Weibes, und drückte ſie ſprachlos an ſeine Lippen— denn wer hat im erſten Augenblick des Wiederſehens Worte!

Aber Marien's Gefühle, die nur die der dankbaren und ergebenen Freundſchaft waren, vermochten ſich bald Luft zu machen.—„Guter, treuer Blum! Wie viel Dank bin ich Ihnen nicht für den unermüdlichen Eifer ſchuldig, womit Sie die Arme, von der ganzen Welt Verlaſſene, beſchützen! Mein Herz iſt ſo arm, daß es nicht einmal Dankbarkeit genug beſitzt, um Ihnen ver⸗ gelten zu können...“

„Arm an Dankbarkeit,“ fiel Blum mit einem ſo ſonderbar weichen und zitternden Tone ein, daß ihn Marie beinahe krank glaubte.„Ich will, ich begehre ja keine Dankbarkeit dafür, daß ich das erfülle, was — was meine Pflicht als Menſch— als Freund mir gebietet.“— Die letzten Worte kamen etwas verſtüm⸗ melt und verworren hervor. Blum empfand, daß der Sieg über die Gefühle nicht ſo leicht ſei, als er bis⸗ her geglaubt hatte. Sie waren nicht ſtill, obwohl er ihnen Stillſchweigen geboten hatte; ſie wagten es, ſich heimlich und offen gegen ſeine ſtrenge Vorſchrift zu empören. Blum war mit ſcch ſelbſt nicht zufrieden. Marie, dachte er, müſſe blind ſein, um nicht zu be⸗ merken, was jetzt in ihm vorging. Und war ſie wirk⸗