Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1844)
Entstehung
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bin mit Gott und mit Ihnen, Blum, den ich unter allen Menſchen am höchſten verehre, dann will ich nicht beſſer und ſtärker ſcheinen, als ich wirklich bin. Ich will Ihr Vertrauen vergelten und Sie in die verbor⸗ genſten Winkel meiner Seele ſchauen laſſen.

„Mit meiner Umgebung bin ich vollkommen zufrie⸗ den; ſie paßt ſo gut zu meiner Gemüthsſtimmung. Glauben Sie nicht, daß ich den ganzen Tag hinweg⸗ ſeufze und träume, oder den Muth und die Kraft, mein Leiden zu tragen, ganz und gar verloren habe, welches Vermögen ich ja Ihrer Freundſchaft zu danken hatte. Nein, Blum, ich ſuche meine Zeit ſo nützlich und wirkſam einzutheilen, als ich vermag; und die gute Eliſe ſteht mir hierin treulich bei. Sie iſt ſo einfach, ſo gottesfürchtig und wahr, und hat, ohne eine ſoge⸗ nannte Bildung zu beſitzen, ein ſo feſtes und geſundes Urtheil, daß ich mit Vergnügen und nie ohne Troſt mit ihr über die Gegenſtände ſpreche, die den ſinken⸗ den Muth aufrecht zu erhalten im Stande ſind. Ich theile Eliſens häusliche Beſchäftigungen. Ich habe ihr juüngſtes Kind, das von demſelben Alter iſt, wie mein hingegangener Engel, unter meine Pflege genommen; es ſchläft bei mir, und der Anblick des Kleinen, wie es voll Wohlbehagen mir entgegen lächelt und mit den kleinen quabbligen Händen in meinen jetzt ziemlich ver⸗ wahrlosten Locken herumhaust, iſt meine Luſt, meine Seligkeit. Faſt jeden Tag mache ich einen Beſuch in den einſamen Fiſcherhütten; und wenn ich dieſe zufrie⸗ denen, aber dürftigen Leute ſehe, jetzt wo die Früh⸗ lingsſonne die kalte Mauer zwiſchen ihren Wohnungen und dem Hafen aufgeſchmolzen hat, wie ſie ſich rüſten und herumſtöbern, die Männer um ihre Boote und Netze für den Laugfiſchfang in Ordnung zu bringen und die Weiber um die Speiſeſäcke zu bereiten, dann kommt etwas überaus Belebendes über mich. Dann kleiden ſich die Stubenwände wie die Felsplatten im⸗ mer reicher und reicher mit Fiſchköpfen; da iſt Thä⸗ tigkeit und Frohſinn, Wohlbehagen und, Gengſamteit