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pen hinabſinkt. Guter Blum! wie iſt es möglich, daß ein Weſen wie ich, ohne Hoffnung, ohne Zukunft noch immer ſich ſehnen kann? Ich verſtehe das in der That nicht. Es ſcheint mir, als ob Alles für mich ſtille ſtehen, Alles mir gleichgültig ſein ſollte. Das Letztere iſt auch gewiſſermaßen der Fall, aber nicht ſo das Er⸗
ſtere; denn ich bin ungeduldiger als je, und kann die
Flucht der Minuten nie genug beeilen. Wenn ich doch einmal meine Sehnſucht begreifen könnte! Die Freiheit
iſt gewiß nicht ihr Ziel, denn der gelähmte Vogel fliegt
nicht hoch— und ich bin ja mit dem Ort zufrieden, wo
ich bin, und muß es ſein; denn ich ſelbſt begehrte meine
ſtille, ſchöne Heimath, Leiler's Heimath, zu verlaſſen,
um einſam unter Fremdlingen mir eine andere zu ſuchen. O was ſollte ich auch an einer Stelle thun, wo jeder
Gegenſtand, dem mein Auge begegnete, jedes Ding, das meine Hand berührte, mir von ihm geſprochen hätte, für deſſen geringſtes freundliches Lächeln, für deſſen
geringſten liebevollen Blick ich Tag und Nacht wie der treueſte Hund für eine Brodkrume von ſeinem Herrn
ihm zu Füßen gelegen wäre, und ihn bedient hätte wie die geringſte Sklavin? Aber, Blum, es war mir nicht
beſchieden, dieſes Herz zu gewinnen, das ſich nur ein⸗
mal treu und feſt an das meinige drückte: In dem Au⸗ genblick der Trennung, wo ich ihm das Verſprechen
ſeiner Freiheit gab. O es iſt ſchwer zu leben, aber
auch ſchwer zu ſterben! Ich bin noch ſo jung, die Zeit
vergeht ſo langſam; aber wenn ich nur alt werde— das muß es wohl ſein, Blum, wornach ich mich ſehne — dann wird wohl der letzte Gedanke von Lebensluſt
verſchwinden. Dann hab' ich wohl ausgeweint, und
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genug geſehnt und gelitten, um ſatt zu ſein und Gott zu danken, wenn die Sonne zum letzten Mal hinter den
Bergen verſinkt. 3
„Sie werden mich an all' Dieſem nicht wieder er⸗ kennen, Blum; Sie waren nicht gewöhnt, mich hoff⸗ nungslos, ſchwach und klagend zu ſehen, und ich bin es auch nicht in meinem äußern Leben; aber wenn ich allein
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