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Albano's Einfall, deſſen Grund ſie wohl verſtand, färbte ihre Wangen. „Nein, das ſind ſie nicht; aber gerade, weil ich nichts Neues in ihnen zu leſen glaubte, möchte ich ſo erne in ihre ſchöne blaue Emaille ſehen. Du biſt heute Abend neidiſcher mit ihnen, als gewöhnlich, woher kommt das?“ 3 Jetzt war es Thelma ganz unmöglich, aufzuſehen. Sie begann laut die Vierecke des Muſters zu zählen. „Eins, zwei, drei, vier!“— Hand und Nadel zitterten ſichtlich.—„Eins, zwei, drei, vier!“—„Ueberhüpfe das Viereck, an Dem Du biſt,“ ſagte Albano in einem Tone, der ſcherzhaft lauten ſollte, aber ſehr ſcharf und eckigt
herauskam... „Aber, Albano, Du bringſt mich ganz daraus 4 Thelma ſchob das Muſter mit einem kleinen Ruck
des Kopfes bei Seite.
„Ich glaube nicht, daß ich ſo glücklich bin,“ erwie⸗ derte er ironiſch, und erbot ſich, das Muſter ſtille zu halten.—„Ach, wie heiß es iſt!“ rief Thelma blaſend, und der leichte Hauch ihres Athems wehte die geringel⸗ ten Schlangen von Albano's rothen Haaren bei Seite, die breite niedere Stirne wurde frei und zeigte der unru- higen Braut eine ſchwere Wolke.
„Es iſt ſchon lang, daß Du an dem Adler nähſt,““
ſprach Albano nach einer Weile in ruhigerer Faſſung,
„und den Schwan haſt Du noch nicht einmal angefan⸗ M gen. Die Stickerei muß Dir nie recht gefallen haben.. De
„Ich mache ſie jedoch, weil ſie Dir gefällt, Albano, den ich arbeite aber auch an der andern, die der Grotte undu W. umliegenden Gegend ſo ähnlich ſieht.“ du
„Auch Du liebſt alſo die Grotte, Thelma? Du Ur liebſt das dunkle Gewölbe unter der Felſenmaſſe und hörſt gerne die Wellen an die Klippe ſchlagen? Das iſt doch recht ſchön, und es freut mich, daß unſer Geſchmack hierin übereinſtimmt. Wir werden ſie im Herbſte oft mit ein⸗


