7
aber da ich hörte, daß der Herr Graf mich mit einer Verän⸗
derung meines Wohnorts zu überraſchen beliebte, ſo wollte
ich nicht ausſpannen laſſen, ſondern reiste ſogleich hieher.“
„Ja, das war recht. Der Herr hat meiner Treu ch warten laſſen.“ 8
Herr Graf, aber die Jahreszeit war
lange genug auf ſi „Fin wenig, auch nicht günſtig für die Arbeit, indeſſen ſoll es jetzt
mit erneuerter Thätigkeit daran gehen.“
„Ja, ich bezweifle nicht, daß der Herr Leben und Bewegung unter die Leute bringen wird, wenn er nur einmal wieder recht im Geſchirre iſt; aber kommen Sie jetzt der Abchechslung willen da her und ſehen Sie mein Baumeiſtertalent. Ich will einen neuen Stall bauen; glaubt der Herr, daß der Plan da taugt?“
Der Architekt machte artig ſeine Einwürfe und Aenderungen, und der Graf war ganz entzückt über das Licht, das dabei ſeinem eigenen artiſtiſchen Kopfe aufging. Während dieſer Zeit beſiegte Graf Albano ſeinen erſten Eindruck in ſo weit, daß er zum Beginne des gefaßten Planes an den Tiſch trat, und ſich dort ſo nachläſſig als möglich hinſtellte, um des Baumeiſters kecke Kreuze und neuen Züge auf dem Plane zu betrachten.
„Es freut mich von Herzen, den Herrn Grafen wieder hergeſtellt zu ſehen,“ ſprach Leiler und maß mit einem ſchnellen Blick Albano's eckige Züge. Sie waren ſcheinbar ruhig, wie die des Architekten, aber dazwiſchen gleitete aus Beider Augen, von den Andern und ihnen ſelbſt ungeſehen, ein und der andere vorſichtig ſchleichende Blick, nicht unähnlich dem der Katze, wenn ſie nach einem Raube ſchnüffelt.
„Herr Leiler findet Albano friſcher, als wo der Herr Hammarby verließ,“. ſprach der Graf.„Das iſt auch nicht zu verwundern. Der Herr kann ihm jetzt
enden Couſine, dem
gratuliren, denn er iſt mit ſeiner reiz Fräulein von Rawenſtein, verlobt.“ „Wahrhaftig!“ Die Augen des Architekten blitzten heller, als wenn er ſelbſt der Bräutigam geweſen wäre, und ſein Glückwunſch athmete den gewählteſten Roſenduft,


