Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1844)
Entstehung
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daß ſie die tiefſte Einſamkeit allem Andern vorzog, und durch einen Freund fand er einen Aufenthaltsort, den er paſſend für Marie hielt, und der zugleich ſo weit von ihrer gegenwärtigen Heimath entfernt war, daß wohl Niemand entdecken konnte, wo ſie ſich befand.

Mit der zärtlichſten Sorge für ihre Wohlfahrt machte er das Alles ab; und nachdem die Nachricht eingetroffen

war, daß ihre neue Heimath vollkommen zu ihrem Em⸗ pfange bereit ſei, fuhr an einem ſchönen, friſchen Mor⸗ gen ein bedeckter Schlitten, mit Blum's tüchtigſten Klep⸗ pern beſpannt vor Mariens Thüre. Ihre Kleider waren ſchon eingepackt; es bedurfte nichts weiter.

Als Blum im Reiſeanzug eintrat, flog ein Fröſteln durch ihre Glieder. Sie wollte aufſtehen, allein ſie ver⸗ mochte es nicht; er näherte ſich ihr auf eine Art, welche unverkennbar die innigſte Theilnahme ausſprach.—„Beſte Marie, bat er mit gedämpfter Rührung,„machen Sie den Abſchied kurz, Alles iſt bereit. Die wenigen Kräfte. die Ihnen noch übrig ſind, müſſen zur Reiſe aufgeſpart werden; verſprechen Sie mir, nicht zu aufgeregt zu werden!“

„Ich habe ſchon Abſchied genommen, Blum,“ ant⸗ wortete ſie leiſe, und ſandte noch einen zögernden Blick nach dem Platze, wo die kleine Wiege geſtanden war. Er hüllte ſie in Mantel und Shawl, und trug ſie dann mehr zum Schlitten als er ſie führte. Als er Alles um ſie geordnet hatte, ſetzte er ſich ſelbſt neben ſie und be⸗ fahl dem Kutſcher, zuzufahren.

Ein Paar Stationen von Leilers Hof entfernt, ſchickte er die Pferde zurück, und jetzt ging es ununter⸗ brochen durch Norwegens hohe Waldgebirge fort. Die Bahn war vorzüglich, die Wege befahren und die Bewe⸗ gung ſelbſt ſchien Marien weit beſſer zu bekommen, als alle andern Verſuche zu ihrer Beruhigung. Sie ſchlief bei Nacht, und konnte, um ihrem edlen Beſchützer zu willfahren, etwas Weniges bei Tage verzehren. Am dritten Tag war man der ſchwediſchen Grenze nahe ge⸗

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