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Zeuge ihrer Kämpfe und Gebete, ihrer Thränen und Angſt, aber auch Zeuge ihres Siegs nach dem langen qualvollen Kampfe des Herzens geweſen. Es war ſchon
lang nach Mitternacht, als ſie vor Kälte und Aufregung
zitternd ihr einſames Lager ſuchte. Mechaniſch griff ſie, wie ſie ehedem gewohnt war, mit der Hand nach dem Platze, wo das Bettchen, ihres Kindes Bettchen, neben ihrem eigenen geſtanden war. Der Ort war leer, die Hand faßte nichts, und als ſie an ihre eigene Bettdecke hinſank, verſchwand die Täuſchung. Ein ſcharfer Stich fuhr ihr durch das leere Herz. Seußzer erhoben die ge⸗ preßte Bruſt. Ach wie lang und finſter war nicht dieſe Nacht für die Arme; wie kalt fielen ihr nicht die Schweißtropfen von der Stirne! Aber Gott iſt gütig; einmal wird es Morgen, und
„Der Freude Roſe knoſpt an Schmerzensdornen.“ Und auch auf dieſe Nacht folgte ein Morgen, deſſen erſter, ſanfter Sonnenſtrahl Marien erweckte, und die letzte Thräne abtrocknete, die auf ihrer Wange geronnen war. Sie kleidete ſich an, athmete mit ihren warmen Lippen einige kleine helle Flecken an die gefrorene Fen⸗ ſterſcheibe, und ſchante durch ſie empor zu dem Herrn der Welten. Heute, bei Tage fühlte ſie eine Hoffnung, einen Glauben, den ihr die Nacht nicht hatte ſchenken können; ein Funken von Frieden beſuchte ihre Seele; denn dieſe hatte wieder angefangen, ihre Gewalt über das immer ſchwächer werdende Herz auszuüben. Sie wußte jetzt, was ſie thun wollte, was für ein Opfer das eiſerne Geſetz der Nothwendigkeit von ihr verlangte— und ſie wollte es bringen.
Geduldig und ſchön in ihrem unendlichen Schmerz, der jetzt in dem ſtillen Tempel begraben war, aus dem er nur für einige Tage flüchtete, um ſich unter ſeinen Schweſtern umzuſehen; aber wieder dahin zurückſank, ohne das Geſuchte gefunden zu haben, trat Marie in
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der Heimkehr ihres Gatten den Kaffeetiſch.
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