Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1844)
Entstehung
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ich weiß, wie ſchwer es mir ſelbſt fallen würde, wenn ich als täglicher Gaſt ein Haus beſuchte, wo mir Jemand unfreundlich begegnete. Alſo, lieber, lieber Papa Se⸗ baſtian, nehme dann nicht Dein Donnerwettergeſicht an!“

Alfhilds Stimme war vom ſpielenden Scherze zu dem weichſten, innigſten Flehen übergegangen; ihr Kopf ſchloß ſich dicht an die Schulter des Alten, und die Hand verwirrte ſich zwiſchen dem Rockkragen und dem großen rothroſigen ſeidenen Tuch, das ſeinen Hals umſchloß. Die Temperatur im Herzen des Kapitäns ſchien zu wech⸗ ſeln, wie man wenigſtens aus ſeiner Stimme abnehmen konnte, indem folgende Worte ganz nach der alten Melodie gingen:„Nun, nun, mein Täubchen, laß es jetzt gut ſein! In Gottes Namen denn, Du ſollſt Dei⸗ nen Willen haben; vielleicht wird es nicht ſo arg! Weiß Dein Vater von der Sache?“

„O ja, von Anfang bis zu Ende. Papa war recht zufrieden mit meinem Vorſchlag; denn da wir ſo viel fremde Beſuche bekommen, ſo koͤnnten wir nur mit Noth eines von den beiden andern Gaſtzimmern entbehren. Aber ſiehſt Du, Onkelchen, wir hatten verabredet, daß Du nichts davon erfahren ſollteſt, bis Alles fertig wäre, denn wir fürchteten Deinen alten Widerſpruchsgeiſt, der immer Etwas zu tadeln hat, wenn es ſich darum han⸗ delt, Etwas zu ändern.“

„So, ſo; aber hinter meinem Rücken das Unterſte zu Oberſt zu kehren, davor habt ihr Euch nicht gefürchtet?“

„Nun, Du biſt ja wieder gut, Onkelchen.“— Alf⸗ hild küßte den Greis auf die Stirne, und lenkte dann ganz geſchickt das Geſpräch auf die verlaſſenen Rech⸗ nungen, die abzuſchließen ſeien.

„Richtig, richtig; Du haſt die Gedanken für mich, mein Mädchen. Nun, ſo leb' wohl, Du haſt gewiß noch Manches zu thun.— Aber komme einmal näher daher, mein Kind, ſtelle Dich ſo in's Licht; ich will nur ſehen, ob Du eine Aehnlichkeit mit dem Bilde da oben haſt.“

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