Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1844)
Entstehung
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„Und wenn uns dann Jemand begegnet,“ verſetzte Albano wüſt lachend,„dann wird man denken, daß, wie ehedem in der Sage, ein ſcheußliches Ungeheuer eine ſchöne Prinzeſſin entführt.“

„Ach, wie magſt Du ſo grauſam ſcherzen,“ ſagte Thelma unruhig.„Niemand wird etwas Anderes den⸗ ken, als daß wir wie andere Menſchen auch hinaus⸗ gehen, um friſche Luft zu ſchöpfen. Komm, lieber Albano, ich freue mich wie ein Kind, wenn ich reiten darf.“

„Ach Du Gute, Du verſtehſt Dich auf den armen Kranken. Du willſt ihn mit ſich ſelbſt und dem Schick⸗ ſale verſöhnen; aber dieſe Arbeit iſt nicht ſo leicht. Doch kleide Dich jetzt an; wir wollen nicht länger zögern.“

„Die jungen Leute ritten aus. Eine Viertelſtunde darauf rollte eine gelbe Chaiſe in den Hof. Ein ält⸗ licher Herr ſtieg aus. Es waren Seine Gnaden, der alte Graf, der nach Hauſe kam und ſpgleich auf ſein Zimmer ging.

„Sagt dem alten Borgſtedt, er ſolle mit dem Poſtpaket hereinkommen,“ war der kurze Befehl, der von den Lippen des Schloßherrn tönte, worauf er ſich gemächlich in einen großen Lehnſtuhl niederließ und mit dem Kopf gegen das ſammtene, elaſtiſche Polſter der Rücklehne hinſank.

Aber nur einige Augenblicke waren Seine gräf⸗ lichen Gnaden in ein Nachſinnen oder eine ſüße Ruhe verſunken, als ſich langſam knarrende Schritte in einem gewiſſen abgemeſſenen, wohlbekannten Takte der Thüre näherten; und gleich darauf zeigte ſich, bei einem kur⸗ zen Oeffnen derſelben, ein Kopf mit ganz ſilberweißen Haaren, und dann eine kleine dünne, knöcherne Geſtalt. Es war der alte Buchhalter, der auf dem Gute geboren und erzogen worden war und ohne Zweifel zu einem der beſten Inventarſtücke deſſelben gehörte.—„Gib die Briefe her, und ſetze Dich ſo lange,“ ſagte der Graf gnädig.

Der Alte legte eine Menge Papiere auf den Tiſch vor ſeinen Herrn, und nahm auf einem Eckſopha am