Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1844)
Entstehung
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kam an ſeinen Platz, die Glasſcherben wurden auf⸗ eleſen und der Befehl gegeben, daß der Hausglaſer pogleich den Schaden wieder gut machen ſolle.

„Iſt mein Vater ſchon nach Hauſe gekommen?“ Dieſe Frage wurde im Vorbeigehen gemacht, als der Bediente die Thüre ſchließen wollte.

„Nein! Herr Graf!“

„So beeile Dich mit dem Glaſe.“— Der Be⸗ diente trat ab.

Albano ging ohne ein Wort zu ſprechen auf und nieder. Das Fräulein ſetzte ſich an den Nährahmen, nachdem ſie dieſen an das Fenſter geſetzt hatte.

„Ach wie friſch, wie klar und ſchön ſieht es da draußen aus?“ bemerkte Thelma. Aber ihr Ton war weit entfernt, jene abgenützte Albernheit zu athmen, die gewöhnlich ein Geſpräch über die Witterung be⸗ gleitet; ein Gegenſtand, zu dem man ſo oft greift und der doch ſo unerſchöpflich iſt, daß er eben ſo ſehr von Perſonen gebraucht wird, die einander fremd ſind und ſich keine Mühe geben wollen, einen beſſern auf⸗ zufinden, als unter vertraulichern Bekannten, wenn eine Stimmung eingetreten iſt, die einer Disharmonie gleichſieht.

Es war jedoch kein ſo widerwärtiger Fall, was dieſe Aeußerung des jungen Fräuleins von Rawenſtein hervorrief. Bei ihr war es eine reine, innige Sehn⸗

ſucht, das Herrliche, was ſie da draußen unter den reichen Stoffen der neu erwachenden Natur erblickte,

zu genießen; aber ſie durfte es nicht, denn der mütter

g

liche Befehl war dahin gegangen, daß ſie zu Hauſe bleiben und ihrem Vetter Geſellſchaft leiſten ſolle. Und Thelma war frühzeitig daran gewöhnt worden,

ihre eigenen Neigungen denen Anderer aufzuopfern.

„Meine Coufine liebt alſo das Friſche, Klare und Schöne ſo ſehr?“ fragte Albano, und gab ſeinen

Worten einen Nachdruck, der dem an ſeinen Argwohn gewohnten Mädchen deutlich zeigte, daß ſein reizbares Ge⸗

müth etwas gefunden hatte, wobei es ſich feſtſetzen wollte.

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