Teil eines Werkes 
2. Bd. (1855)
Entstehung
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452 Bweiundzwanzigſtes Kapitel.

ſammenhielt. Leins hatte keine Ausſicht, vor vierzehn Tagen mit einem der ſpaniſchen Küſtenfahrer nach Barcelona gelangen zu können; Schiffe, die direkt nach Italien gingen, waren ohnedieß ſehr ſelten, dafür aber dampfte am vierten Tage unſeres Aufent⸗ halts in Gibraltar ein franzöſiſches Schiff in den Hafen, welches den nächſten Tag direkt nach Oran abfahren wollte. So ent⸗ ſchloſſen wir uns denn kurz und gut, unſern lieben Maler nach Afrika hinüber zu begleiten, um in Oran oder Algier eine weitere Reiſegelegenheit zu finden.

Leider hatte ſich das ſeit mehreren Tagen ſo klare und freundliche Wetter geändert, und als wir bei Sonnenuntergang mit unſern Koffern dem Molo zuſchritten, wallten dichte Nebel um den Felſen von Gibraltar und die Berge auf der afrikaniſchen Küſte, auch grollte die See unmuthig an dem Hafendamme, und die ankernden Fahrzeuge, bedenklich kopfſchüttelnd, neigten ſich hin und her. Conſul Schott war ſo freundlich, uns bis zum Hafen zu begleiten, und ehe wir in's Boot ſtiegen, drückte er uns noch herzlich die Hand, wünſchte uns eine gute Fahrt und wir unter⸗ ließen nicht, ihm für ſeine große Freundſchaft und wahre Liebens⸗ würdigkeit unſern beſten Dank zu wiederholen.

Unſer Dampfer: la Province d'Oran, lag ziemlich weit draußen in der Bai, und als wir ihn in unſerem kleinen Nachen erreichten, waren die Wellen hier ſchon ſo bewegt, daß ſie unſer Boot wie eine Nußſchale auf⸗ und abwarfen und wir kaum an der Treppe anlegen konnten. Spanien entließ uns recht unfreund⸗ lich, in dichte Wolken und Regenſchleier gehüllt. Kaum ſahen wir um ſechs Uhr den Blitz des Kanonenſchuſſes droben vom engliſchen Wachthauſe, und die Lichter in der Stadt flackerten röthlich trübe. Lange brauchte unſer Dampfer, um ſeine noth⸗ wendigen Kohlen einzunehmen, und als alles bereit war, ja, als aus dem Schornſtein ſchon längſt überflüſſiger Dampf ziſchend aufſtieg, zauderte der Kapitän noch mit der Abfahrt und berath⸗ ſchlagte ſich mit ſeinem erſten Offizier, ob es überhaupt möglich