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Ein Ritt durch die Mancha. 357
unſere heutige Tour zu beſchließen, wie ſie angefangen, erhielten wir von einem Beamten die Nachricht, der Zug nach Madrid ſei ſchon vor einer halben Stunde abgefahren. Wir waren furchtbar enttäuſcht, und im Begriff allen Ernſtes mißmuthig und ver⸗ drießlich zu werden, und das um ſo mehr, als wir an einer ziſchen⸗ den Locomotive, die auf und ab fuhr, ſowie an Wagen, die gepackt wurden, deutlich ſahen, daß ſich noch ein Zug zur Abfahrt für heute Abend rüſtete, ein Güterzug, der aber keine Paſſagiere mit⸗ nehmen durfte. Wie man argwöhniſch ſein kann, ſo glaubten wir anfänglich, der Bahnhofbeamte wolle uns aus böſem Willen zu⸗ rückhalten; doch traten wir gerne zurück und bedankten uns noch freundlichſt, als wir erfuhren, daß dieſer Güterzug erſt in der Frühe des andern Morgens nach Madrid kommen würde. Eine ſolche Nachtfahrt hätte uns noch gefehlt nach unſerem heutigen Ritte.—„In Gottes Namen! Iſt ein Gaſthof in der Nähe?“— „Sogar ein vortrefflicher,“ entgegnete der Beamte,„im Bahnhof⸗ gebäude ſelbſt.“
Ein Packträger half uns die Maulthiere abladen, wir be⸗ zahlten den bedungenen Preis für die letzteren, belohnten unſeren treuen Gitano ſo fürſtlich, als es unſere bürgerliche Kaſſe erlaubte, und ſuchten den vortrefflichen Gaſthof auf. Der Beamte hatte in der That nicht gelogen: für das, was wir in den letzten Tagen erlebt, fanden wir uns hier glänzend untergebracht; man führte uns in ein Zimmer, deſſen Boden mit Strohteppichen belegt war und wo ſich Stühle, ſogar ein Fauteuil befanden, ein Zimmer, das— o Wunder!— von einem Ofen ſanft erwärmt war.
Verzeihe mir der Leſer, wenn ich abermals vom Eſſen rede, aber hätte er ſich, wie wir nun endlich der naſſen Kleider entle⸗ digt— Kellner und Wirth halfen uns mit den ihrigen aus—, hätte er ſich an einen gut gedeckten Tiſch geſetzt, ſo würde er die weichgeſottenen Eier, vortrefflichen Fiſche und Schinken, einen herr⸗ lichen Wein, gutes Brod und geröſtete Mandeln ebenfalls für


