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Ein Ritt durch die Mancha. 337
Kohlen brannten auf dem Steine, und da das Tageslicht durch den Thorweg nur ſchwach hereindrang, ſo herrſchte hier ein melancholiſches Düſter.— Was man bei allen Reitpartieen in fremden Landen nie verſäumen ſollte, Thiere und Reitzeug zu betrachten, thaten wir auch hier. Die Maulthiere waren kräftig und gut genährt, die Sättel aber etwas breit und plump; der eine hatte ſogar keine Steigbügel, und unſer Wirth mußte im gan⸗ zen Flecken umherlaufen, um ein zweites Paar aufzutreiben, was unſere Abreiſe um eine halbe Stunde verzögerte.
Endlich war Alles bereit, unſere Nachtſäcke aufgepackt, als der Wirth mit einer ziemlich großen Flaſche, ſo wie mit zwei Ge⸗ wehren und Hüten in den Stall trat. In der Flaſche war Branntwein, von dem er wegen der kalten Morgenluft Jedem ein Glas aufnöthigte; die Hüte und Gewehre aber überredete er uns, leihweiſe bis nach Tembleque mitzunehmen, wobei er uns ver⸗ ſicherte, Räuber(Ladrones) gäbe es eigentlich nicht mehr in Spa⸗ nien, wohl aber könne man hier und da Rateros begegnen— Dilettanten, welche ſich kein Gewiſſen daraus machen, Reiſenden, denen ſie ſchon von Weitem die Fremden anſehen, in den Weg zu treten und ſie auszurauben, wogegen wir mit dem Gewehr am Sattel, den caſtilianiſchen Hut auf dem Kopfe und in unſere Manta gewickelt wohl für Eingeborne gelten und unangefochten bleiben würden. Unſer Wirth war überhaupt ein ſehr braver Mann; denn einen Zwerchſack, der auf meinem Pferde hing, hatte er mit Zwiebeln, Brod und einem Weinſchlauche verſehen. Gott möge es ihm dieſſeits und jenſeits lohnen!
Ehe wir aufſtiegen, verabſchiedeten wir uns höͤflicherweiſe noch bei der Wirthin und ihren Töchtern; Precioſa wünſchte uns eine recht glückliche Reiſe, reichte uns auch ohne Ziererei ihre kleine Hand und ſagte den Maulthieren ein paar freundliche Worte, ſte möchten ſich unterwegs gut aufführen und dem Hauſe keine Schande machen. Auch die Tänzer und Zuſchauer von geſtern Abends waren nach und nach erſchienen, hatten ihre Karren ein⸗
Hackländer, Ein Winter in Spanien. I.


