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Nach Italien.
ſchlange in der Nähe zu betrachten. Alſo auch hier ohne Auf⸗ enthalt vorüber, immerzu, gegen die hohen Berge der ſchwäbiſchen Alb hin, die wie eine koloſſale Mauer unſern Weg zu verſperren ſcheint.
Aber der geneigte Leſer wird den Kopf ſchütteln, daß ich mir erlaube, ihn hier ſpazieren zu führen, ohne ihm das geringſte neue mitzutheilen, nur altes, aber für mich ſo gern geſehenes, Feld, Wald, Flur und Haide, Dörfer und Berge, in immer wechſelnder neuer und ſchöner Pracht; vielleicht freut ſich aber auch ein einſam Leſender, denn ich ſchreibe ja nicht für die Paſſagiere und Mitreiſenden, nicht für Glückliche, die ebenfalls in dieſem Au⸗ genblick in der Welt herumfliegen, die wie ich die freie herrliche Luft durſtig einſaugen, ſondern ich erzähle das ja alles den Freunden, Bekannten und Unbekannten, die jetzt zu Hauſe ſitzen in der dunkeln Stube, und will glücklich ſein, wenn ich ihnen damit einen kleinen heitern Augenblick verſchafft, wenn ich ihnen vielleicht zu⸗ rückgerufen einen ähnlichen Tag, den ſie ebenfalls verlebten im glänzenden Sonnenlicht, in gleicher Pracht und Herrlichkeit, will zufrieden ſein, wenn es mir gelungen für manchen, der mit mir fühlt, einen kleinen Spalt zwiſchen dieſen Zeilen zu eröffnen, durch welchen er hinausblicken kanm in die freundlichen, bunten, glän⸗ zenden Berge, die mich umgeben.
Während wir nun eben von Geißlingen langſamer aufwärts dampfen, will ich alles Ernſtes die Phantaſien dahintenlaſſen und mich eines geſetzten Betragens befleißigen, wie es ſich für einen ſoliden Reiſebeſchreiber ziemt. Daß hier die Bahn zu 1 auf 40 ſteigt, wiſſen wir bereits; ebenfalls daß ſie ſich in engem und weitem Bogen an dem Felſenabhang hinwindet, auch daß man die grüne Kirchthurmſpitze des genannten Ortes bald weit unter ſich ſteht und auf der Hälfte der Steigung in ein ſtilles friedliches Waldthal hineinblickt, das tief zu unſern Füßen liegt mit murmelndem Waſſer und Mühle„in einem kühlen Grunde“, einſam und verlaſſen an der jetzt penſionirten Landſtraße. Das


