Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4 Erſtes Kapitel.

einfachefertig, fort unſre Herzen, und wir, die wir abrei⸗ ber ſen, ſitzen ſchweigend und gedankenvoll an die Zukunft denkend, der an den langen langen Weg vor uns, und auch viel und gern an ab eine glückliche Heimkehr. Nur die Kinder freuen ſich des Fah⸗ die rens und ſchauen mit glänzenden Augen in das vielfarbige Grün thi des Schloßgartens, an deſſen Gränzen wir dahinfliegen, rücken che aber nun ängſtlich zuſammen, als uns die Locomotive in den Ro⸗ we ſenſteintunnel hineinreißt, und lachen erſt wieder als wir jenſeits Fe des Berges das ſonnenbeglänzte Neckarthal erreichen. Di Ja es war ein ſchöner heiterer Tag, aber die Sonnenwärme dor hatte den klaren Himmel redlich erkämpft, erſt nach langen hefti⸗ rer gen Gefechten ſchlug ſte die irdiſchen Nebelſchauer aufs Haupt dri und zwang ſie ſich in ihre Schluchten und Berge zurückzuziehen. die Wohl ſchwebten noch längere Zeit einige Nachzügler, als Wolken ſo zuſammengeballt, an dem tiefblauen Himmelsgewölbe dahin, doch arn führte der ſchöne Tag die Beſiegten wie im Triumph mit ſich; un ihre weißen Maſſen dienten ſeiner Schönheit als Relief, und er Ha benutzte ſie, um die glühende im bunten Herbſtſchmuck prangende die Gegend hin und wieder mit zierlichen leicht vorüberziehenden Wol⸗ ahr kenſchatten neu zu ſchmücken. zitt So fuhren wir dahin in ziemlich leerem Wagen, weßhalb rech b es denn auch möglich war, ſelbſt gegen das Reglement hie und da un 3 an die Thür zu treten, um einen Blick in das ſchöne Neckarthal trit hinauszuwerfen. Bis nach Göppingen hinauf dampft die Loco⸗ Da motive faſt unter lauter Obſtbäumen dahin, die ſich über der Bahn ſie die Hände reichen und jetzt ihre reifen Früchte in gelb und roth laſſ beinahe auf die Wagendecken herabhängen laſſen. Zur Rechten un begleitet uns der Neckar bald in breitem Sand⸗ und Kiesbette, dun bald durch mächtige Mauern eingeengt, die ihn auf die Seite wit drücken und ihm einen Platz für den Schienenweg abnöthigen; den hier ſtürzt ſich der Fluß ſchäumend über ein Wehr hinab, dort nac trägt er geduldig und ergeben das Joch einer alten hölzernen die

Brücke mit ihren plumpen unregelmäßigen Formen, während ſich ſtil