Ver Titel des vorliegenden Buches nöthigt mich, ein paar ein⸗ leitende Worte zu ſchreiben, denn es mag vielleicht einer Entſchuldi⸗ gung bedürfen, Spanien, das herrliche, ſüdliche Land, das in unſerer Phantaſie mit Sonnenſchein und Blüthenſtaub lebt, das wir nicht zu trennen vermögen von dem Begriff lauer, entzückender Sommernächte nach glühendem Tagesbrand, im Winter bereist zu haben. Aber Verhältniſſe beſtimmen den Menſchen, und eine Reiſe, deren Ausfüh⸗ rung während des Sommers mir und meinen Freunden ſchwierig war, konnte zur Winterszeit leichter unternommen werden. Dabei will ich nicht verſchweigen, daß Staub und unerträgliche Hitze, die in manchen Reiſebeſchreibungen eine ſo große Rolle ſpielen, uns ebenfalls für die kältere Jahreszeit beſtimmten. Wenn wir hierbei manches von dem ſo reizenden ſpaniſchen Volksleben verloren, ſo hatten wir dagegen bei unſern Zügen durch das Land gute Gelegenheit, das Innere deſſelben kennen zu lernen; und gerade der Winter geſtattete uns vom Sattel des Pferdes frei umzuſchauen, wogegen uns der heiße Sommer fortwährend in den dunſtigen Eilwagen mit ſeinen engen Fenſtern gebannt hätte. Uebrigens bin ich weit entfernt, irgend einen der verehrlichen Leſer in Betreff einer Reiſe nach Spanien für den Winter beſtimmen zu wollen, aber eben ſo wenig, Jemanden zu einer Tour durch das Land während der Sommerszeit zu veranlaſſen. Wer Spanien auf bequeme und angenehme Art beſuchen will, reiſe im Frühjahr der Küſte entlang und mache einen Abſtecher von Malaga nach Granada, und von Cadiz über Sevilla nach Cordova, ſo hat er das Schoͤnſte geſehen, was die Erde ihm zu bieten vermag.
Wenn ich auch bei meiner Reiſe manches Ungemach zu ertragen hatte, ſo wurde daſſelbe doch gemildert durch die Geſellſchaft zweier lieben Freunde, mit denen ich die angenehmen Stunden doppelt genoß,


