Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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oft geſchaut. Er war nicht der bunten Katze verfallen, ſein Schauder war Täuſchung geweſen, dagegen entſetzliche Wahrheit ein tiefer Seufzer ſeines Nachbars Weller. Als nun der Zug anhielt, wie froh erhob er ſich von ſei nem Sitze, während der Andere zu ihr hinſchlich, die ihn noch immer keines Blickes würdigte. Wie trat Herr Kohler nach einem flüchtigen Gruße ſo munter in die klare Nacht⸗ luft hinaus. Ja, da lag er vor ihm, der ſo wohlbekannte, heimlich trauliche Bahnhof! Wie ſchienen ihn ſo freundlich zu begrüßen die grünen und rothen Augen der verſchiedenen Weichen, die weißen flackernden Lichter der Gaslampen! Wie war es, als ſagten ihm Willkommen die erleuchteten Fenſter der verſchiedenen Bureaus und der Reſtauration, ja ſogar die geöffneten Thore der Locomotivſchuppen! Und erſt die lebenden Weſen! Das Bahnhofperſonal vom Inſpector bis zu den Gepäckträgern hinab, winkten ſie ihm nicht Alle zu ſo herzlich, ſo freudig, als ſei er nach einer jahrelangen Abweſenheit zurückgekehrt! Gewiß, Kohler fühlte ſein Herz von einem unnennbaren Gefühl geſchwellt, als er ſich wieder hier ſah mitten im Kreiſe aller Getreuen. Und jetzt blickte er raſch in die Höhe, denn es war ihm, als rufe eine bekannte Freundesſtimme, da er nun den un⸗ vergeßlichen Klang der Eiſenbahnuhr hörte, welche die zwölfte Stunde ſchlug.

Ja, die zwölfte Stunde.

Darauf ging Herr Kohler nach Hauſe, ohne den neuen Nachtſack, ohne den neuen Koffer; das alles war in derbunten Katze geblieben, aber wenn auch ſeine Hände leer waren, ſo war ſein Herz um ſo voller, be⸗ wegt von einem freudigen Gefühl, wenn er an das Glück ſeiner Freunde dachte, als die Bilder der ver⸗ floſſenen Stunden in bunter Reihe wieder vor ſein inneres Auge traten.