Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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Hier athmete er etwas leichter auf, denn er konnte von der Stelle, wo er ſich befand, weiter um ſich ſchauen. Ja, dort vor ſich erblickte er ſogar deutlich das Haus des ge⸗ fürchteten Freiherrn mit ſeinem hohen verſchnörkelten Giebel, mit dem eiſernen Stangengeländer um den Hofraum, mit den ſtark vergitterten Fenſtern.

Herr Weller war nicht ohne Phantaſie und bedachte wohl die Schwierigkeit ſeines Unternehmens, dort einzudrin⸗ gen.Aber, träumte er, wobei er ſich mit ſeinen Aermeln den Schweiß von der Stirne wiſchte,wenn ich Glück haben ſollte, ſo würde die Kleine jetzt in dem Garten umherſpazie⸗ ren, ſie würde mir begegnen, ſie würde Zutrauen zu mir faſſen, ſie würde mir die Hand reichen, mit mir gehen und

Was war das für ein eigenthümliches Geräuſch dort in dem Gebüſche? Herr Weller konnte ſich den ſo eben vernommenen Ton nicht recht erklären, fühlte aber, trotz der Hitze, daß ein kalter Schauer ſeinen Rücken hinabzog.

Er blickte ſchüchtern um ſich her, ja er verſuchte es, zu lächeln; er überredete ſich, jetzt müſſe die kleine Dame dort irgendwo hervortreten.

Aber es änderte ſich durchaus nichts rings umher; er ſah weder die kleine Dame, noch das Leuchten ihres Klei⸗ des zwiſchen dem Grün. Dort war das Haus mit ſeinen Giebeln und ſeinen Eiſengittern, hier die Fontaine mit ihrem Waſſerſtrahl, zu ſeinen Füßen der breite Sandweg mit den ſeltſam geformten ſcharfen Sonnenlichtern neben tiefem Baum⸗ ſchatten.

Dabei lag dieſelbe monotone Stille und Schwüle auf dem Garten.

Halt! jetzt bemerkte er etwas. Sein Herz that ſechs, acht verzweifelt ſchnelle Schläge, dann mußte er über ſich ſelber lächeln. Es war ja nichts Lebendiges, was er ſah, es war ja nur ein helles Etwas, das neben der Steinbank