Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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V

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Traume zu geſchehen pflegt er konnte ein Paar Augen⸗ blicke lang kein Glied rühren, keinen Ton aus der Kehle

bringen. Ah! entſetzlich! Jetzt ſtieß der im Zimmer drinnen den Stuhl um er hing an ſeinem Strick grauen⸗

haft! und der entſetzte Zuſchauer war nicht im Stande, ihm eine Hülfe zu bringen.

Da wich der Starrkrampf, der ihn befangen hielt, da ſchrie er laut auf, da verſuchte er das Schloß zu öffnen, und als dies nicht gelang, ſtürzte er die Treppen hin⸗ ab, um irgend woher Hülfe zu bringen. Glücklicher Weiſe ſtieß er an der Hausthür auf einen Hülfeſpender in Geſtalt eines lauernden Polizeidieners, dem er mit beflügelten Worten das Schreckliche, welches ſich oben begeben, mit⸗ theilte und der nun mit einem Lächeln der Befriedigung auf ſeinen Zügen eilig Jenem nach die Treppen hinauf⸗ ſtolperte.

Mit einem Gefühle von Neugier mit Grauſen vermiſcht blickte der Beamte der öffentlichen Sicherheit durch das Schlüſſelloch, während der Andere ſich der oben erwähnten ihm zu Gebote ſtehenden Oeffnung bediente. Dann ſchau⸗ ten Beide einander an mit dem Ausdruck des höchſten Erſtaunens in den Zügen.

Da war allerdings der Strick an dem Kronleuchter⸗ haken feſtgemacht, aber es hing Niemand daran; auch ſonſt ſah man von einem Gehenkten keine Spur. Doch erſchien es den Beiden faſt noch unheimlicher, daß das Seil ſtraff angezogen zu dem weit geöffneten Fenſter hin⸗ aus hing.

Ich habe ihn geſtört, flüſterte der Bediente dem Poli⸗ zeidiener zu, wobei ſeine Zähne wieder hörbar auf einander klappertener hat ſich zum Fenſter hinaus gehenkt. So was iſt noch nicht paſſirt, ſo lange die Welt ſteht.

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