— 320— führen in jenes verderbliche Treiben.— Aber Ihnen war es angenehm, einen Ihrer Bekannten neben ſich zu haben, ſich ihm zu zeigen in der glänzenden Stellung, die Sie
dort einnehmen, wie man ſagt, im Kreiſe jener ſchönen,
intereſſanten Weiber, Sie, der Geſuchte, der Gefeierte,— ihm als beneidenswerthes Vorbild dienend— Sie— Sie — ja Sie— der— der— Geliete der gefährlichſten jener Weiber— der Baronin Molitor.“
Alice war einen Schritt zurückgewichen, als die Fremde wieder zu reden angefangen; dann aber hatte ſie ihre Hände erhoben und ſich vorgeneigt, um mit offenem Ohr jedes— jedes der ſchrecklichen Worte aufzufangen.— Sylbe um Syllbe ſchien ſie aber auch ſchwer und gewaltig zu treffen, denn ſie beugte unter der Wucht derſelben langſam ihr Haupt; ihr Körper neigte ſich immer tiefer herab, und bei den letzten ſchrecklichen Worten, welche Jene ausſprach, ſtieß das junge Mädchen einen ſchwachen Schrei aus, preßte die Hände vor ihre Stirn und ſank dann mit dem Kopf auf das Tabouret nieder, vor dem ſie ſtand.
Herr Duvallet ſprang hinzu, um ſie in ſeinen Armen aufzufangen, und neben Victor, der mit bleichem Geſichte und zuſammengepreßten Lippen unter der Thüre erſchien, eilte die Commerzienräthin vorbei, um ihr geliebtes Kind aufzurichten und auf ihr Zimmer zu bringen.
Madame Duvallet konnte ſich die Urſache dieſes Un⸗ falles nicht gleich ſo vollſtändig und ſo deutlich erklären, wie der Vater Alicens, der dem jungen Mädchen kopfſchüt⸗ telnd nachblickte, während er mit einem ſchmerzlichen Ge⸗ ſichtsausdrucke die Achſeln zuckte und vor ſich hinmurmelte: „Mein armes Kind! Es mußte ſo kommen, und es iſt vielleicht gut, daß es ſo gekommen iſt.“
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