Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 26— ſo ſprachen wir eben unſere Meinung aus und verriethen unſere Gedanken.“.

„Was für Gedanken könnt Ihr denn aber aus dem Miſchmaſch errathen, den der da ſpielt?“ nahm der Steuer⸗ einnehmer wieder das Wort.„Hört doch einmal einen Augenblick zu und ſagt mir ehrlich, wie es euch vor⸗ kommt.“

„Mir klingt es gerade,“ ſagte der Stadtrath,„als wenn unſere ſtädtiſchen Muſikanten in der Neujahrsnacht euffpielen wollten und ſtimmten vorher ihre Inſtrumente.“

„Es iſt ganz natürlich ſo,“ ſprach der Fabrikant,„als wenn man die Spinnmaſchine anlaufen läßt, und Riemen und Räder ſchnurren durcheinander und klappern und rauſchen ohne Sicherheit, bis endlich einmal Alles im Gange iſt.“ 4

„Ja, das iſt der Lauf der Welt,“ meinte kopfnickend Herr Duvallet,„die Zeichen der Zeit: Ueberſtürzen und raſtloſes Jagen, einem glänzenden Ziele zu, das anfänglich hie und da trügeriſch auftaucht und am Ende weder mehr zu erblicken noch viel weniger aber außzufinden iſt.“

„Es iſt doch ſonſt ein ordentlicher Menſch, der Victor,“ ſagte der Fabrikant.

„O ja,“ erwiederte der Commerzienrath,„bis auf ſeine Marotte, Muſiker, Componiſt zu werden.“

„Aber er ſoll doch recht viel Talent haben,“ miſchte ſich Madame Duvallet etwas ſchüchtern in das Geſpräch. „Sein alter Lehrer ſagt das, und auch der Kapellmeiſter des Hoftheaters, den ich neulich vertraulich gefragt.“

„Der Kapellmeiſter des Hoftheaters!“ ſprach achſel⸗ zuckend der Steuereinnehmer;„daß ſo Einer ſich natürli⸗

„cher Weiſe freut, wenn wieder einmal ordentlicher Leute

Kind zu ihnen übergeht, das finde ich ſo begreiflich wie nur was. Was iſt aber Muſikant und Componiſt? Ich

——