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Stunde zwei glückliche Brautpaare getraut, welchen der Pfar⸗ rer eine ſehr ſchöne Rede hielt, worin er unter Anderm die
Hoffnung ausſprach, daß dieſe beiden Paare, deren Vergangen⸗
heit eine ernſte und leidvolle geweſen ſei, künftig vor dunkeln
Stunden bewahrt bleiben möchten, wozu wir aus vollem
Herzen Amen ſagen.
Arthur von Marlott, der aus ſeinem italieniſchen Feld⸗ zuge neben der Tapferkeits⸗Medaille für Erlegung Chiavone's eine ſteife Hand davongetragen hatte, war nach Deutſchland zurückgekehrt, um ſich ſeinem alten, reichen Onkel, den er zu beerben hoffte, in günſtige Erinnerung zu bringen. Dieſer hatte unglücklicher Weiſe aber wieder geheirathet, was den ehemaligen glänzenden Huſaren⸗Offizier ſo tief verletzte, daß er die Reſidenz verließ und die Stelle eines Steuerein⸗ nehmers annahm, für die er von alten Bekannten protegirt wurde.
Unſere letzten Nachrichten über ihn lauten, daß er auf Beſuch bei Henderkopp's geweſen, deſſen Anſtalt ſich zu einer nie geahnten Höhe erhoben hatte, und daß Herr von Mar⸗ lott bei dieſer Gelegenheit von einer kleinen, blonden Frau begleitet geweſen ſei, welche die Frau des Doctors Hender⸗ kopp freudig erregt in ihre Arme ſchloß, worauf Beide nach einigen Thränen zu der Anſicht kamen, daß der Himmel ihre Geſchicke gütig und freudig gewendet habe.— Auch dazu ſagen wir im Geiſte Amen, wie es Frau Wittwe Speiteler in Wirklichkeit that, die als eine rüſtige und um⸗ ſichtige Frau ihren Schwiegerſohn kräftig in der Lenkung mancher ziemlich unbeugſamer Charaktere der Anſtalt un⸗ terſtützte.


