282 Siebzigſtes Kapitel.
gebens bemühte, ein ernſtes, man möchte ſagen: gleichgül⸗ tiges Geſicht zu machen, heftig anfing, mit den Augen zu zwinkern, und höchſt ſonderbare Grimaſſen ſchnitt, um die Gefühle zu verbergen, welche nun plötzlich und mit aller Macht über ihn herfielen. Hätte er in dieſem Augenblicke zwei Dutzend Hände gehabt, ſo würden ſie doch nicht aus⸗ gereicht haben. Von den Männern ſchob ihn einer dem anderen zu, und nachdem Bander ihn mit feuchten Blicken lange in den Armen gehalten, ſchlang Eugen ſeine Arme auch weinend um den Hals ſeines Freundes und konnte nur dadurch einigermaßen beruhigt werden, daß Richter das feierliche Verſprechen gab, ihn noch im Laufe des Jahres zu beſuchen.
Gaetano legte dann die Rechte auf ſeine Schulter und führte ihn ſanft an den Bord des Schiffes. Hier ſagte der Marcheſe:„Sie werden ſich erinnern, mein lieber Freund, daß es Ihr eigener dringender Wunſch war, hier bleiben zu dürfen, und ich bitte daher nicht zu vergeſſen, daß mein Haus ſtets, wo ich mich auch aufhalten mag, für Sie— und noch ſonſt jemand offen iſt, und daß ich das Verſprechen, welches Sie Eugen gaben, als eine Verpflichtung betrachte, die Sie auch gegen uns erfüllen müſſen.— Und nun behüte Sie Gott, mein lieber, guter, theurer Freund, Seien Sie glück⸗ lich und laſſen Sie uns an Ihrem Glücke Theil nehmen, indem Sie uns bald und umſtändlich darüber berichten.— Adien Richter!“—
Wie Don Enrico in ſeine Barke gekommen war, wußte
er ſelbſt nicht ganz genau, aber jetzt ſtand er aufrecht in derſelben und wurde aus ſeinen tiefen Träumereien geweckt
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