Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
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250 Dreiundvierzigſtes Kapitel.

„O, es vergißt ſich nicht alles und es gleitet auch nicht alles ſpurlos an uns ab! Gewiß, liebe Sophie, es hat mich tief getroffen!“

„Nun ja, aber deßhalb darſſt du deinen Muth nicht ſinken laſſen, wenn du einmal die Wahrheit erkannt haſt, und mich freut es, daß du ſie erkannt; ſo gehe ihm ernſtlich aus dem Wege und ſetze allen ſeinen Annäherungsverſuchen deinen weiblichen Stolz entgegen. Du wirſt ſehen, Kind, in ein paar Monaten lachen wir herzlich über dieſes Verhältniß, das dir jetzt ſo traurig erſcheint.“

Emma ſchüttelte in tiefer Bewegung den Kopf und flüſterte ſo leiſe, daß es ihre Freundin kaum verſtand:„Wir werden nicht lachen!“

„Auch möglich,“ erwiderte die junge Frau, welche plötz⸗ lich ernſt geworden war, da ſie an ihr eigenes Schickſal dachte;„dann werden wir wenigſtens als treue Freundinnen zuſammen weinen.“

„Ja, du über mich, und mir ſoll es dann immer noch ein Troſt ſein, dich zufrieden und glücklich zu wiſſen.“

Sophie nickte mit dem Kopfe, dann horchte ſie mit einem Male und ſagte:„Ich höre im Nebenzimmer meine Mutter, ſie wird mich ſuchen; verzeihe, wenn ich dich einen Augen⸗ blick allein laſſe, um nach ihr zu ſehen, bald werde ich wie⸗ der hier ſein.“

Darauf verließ ſie das Schlafgemach, und man hörte ie auch die Thür des angrenzenden Zimmers hinter ſich zu⸗

ſchmerzliche Gedanken verſunken, hatte iud betrat nach einigem Zaudern das uf ein Sopha niederließ, welches