282 Neununddreißigſtes Kapitel.
„Ddieſes lag ernſt, gewaltig und in gegenwärtigem Augen⸗
. blicke, wo die Sonne hinter ihm aufſtieg, dunkel, ja finſter vor ihren Blicken. Die vordere Seite deſſelben befand ſich in tiefem
Schatten, und ſeine Zinnen, die hohen ſpitzen Thürme und Däͤcher zeichneten ſich in ſchwarzen Maſſen an dem hellen Mor⸗ ggeenhimmel ab. Durch eine Schlucht, welche die Felswand drüben bis tief hinab zerriß, drang der glänzende Strahl der Sonne in das Thal und übergoß es mit einem Meer von Licht und Glanz. „Wenn ich nicht irre,“ ſagte Eugen nach einer längeren Pauſe, während welcher er ernſt und nachdenkend das Schloß drüben betrachtet,„ſo ſind wir um acht Uhr zum Dienſt kom⸗ mandirt.“
„Ganz richtig!“ entgegnete der luſtige Rath;„auf der Tagesordnung ſteht: Aufſchlagen des Theaters im großen Wirthshausſaal unter Beihülfe der ganzen Geſellſchaft.“
„Und da müſſen wir auch dabei ſein?“ fragte Eugen.
„Verſteht ſich von ſelbſt, und es iſt für uns von großem Intereſſe, unſer Lokal genau kennen zu lernen.“
„Nun gut,“ ſagte Eugen,„das kann ſich vielleicht bis Mittag hinziehen; dann aber, das heißt nach dem Mittageſſen, wollen wir gleich einen Gang dort hinauf nach dem Schloſſe machen. Es intereſſirt mich außerordentlich, daſſelbe näher zu betrachten; ich liebe dieſe alten Gebäude.“
„Mit dieſem Vorſchlag bin ich ſehr einverſtanden,“ ſagte der luſtige Rath.„Aber jetzt laß uns hinabgehen; dort kommt unſere freundliche Hebe. Siehſt du, ſie winkt uns. Der vortreff⸗ liche Trommler würde ſagen: Auf nach Valencia!“
Somit ſtiegen ſie die Treppen hinab, und als ſie an der Küche vorbei kamen, warfen ſie einen Blick hinein und ſahen, wie die vier kleinen Kinder des Direktors an einem Tiſche ſaßen und
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