Einundzwanzigſtes Kapitel.
Jungfer Clementine Strebeling erhält einen Brief und ſindet ſich in Folge deſſelben bewogen, die Liebe ihrer Freundin zu unterſtützeen.
Der Jungfer Clementine Strebeling war unterdeſſen etwas abſonderlich Entſetzliches paſſirt— entſetzlich in Betreff ihrer Lebensanſichten und ihres äußerſt zarten Nervenſyſtems. Der geneigte Leſer wird ſich erinnern, daß er beſagte Jungfer Clemen⸗ tine durch unſere Beihülfe an ihrem Fenſter erblickt hat, wo ſie aus dem muſtkaliſchen Hauſe ihr gegenüber das ſehnſüchtige Lied vernommen hatte von der Lotosblume, die ſich ängſtiget vor der Sonne Pracht. Hierauf war Jungfer Clementine in eine Ver⸗ wirrung gerathen, ja ſanft erröthet; und wenn eine alte Jungfer erröthet und in Verwirrung geräth, ſo muß eine wichtige Urſache vorhanden ſein.
Dem war auch ſo, und dieſe Urſache war, wie wir bereits wiſſen, nichts Anderes, als die Erſcheinung eines jungen Mannes am gegenüberliegenden, offenſtehenden Fenſter des muſtkaliſchen
Hauſes. 1*


