Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
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Entweihung einer K. Infanterie-Kaſerne. 207 Bei den Bürgersfrauen ſtand der Major wegen außer⸗ ordentlicher Moralität in hoher Achtung. Er hegte durchaus nicht den Grundſatz manches Kollegen, daß es den Soldaten er⸗ laubt ſein müſſe, den Bürger zu chicaniren, indem es den Vater⸗ landsvertheidigern geſtattet ſei, das dienenden Wwribliche Pexſonal ſeinen Pflichten abwendig zu machen; noch diel wepiger aber konnte er die Anſticht theilen, es ſeien Dienſtmädchen und Köchin⸗ nen der ganzen Stadt nur zum Vergnügen und zur Unterhaltung einer rohen Soldateska angeſchafft. Er war in dieſem Punkt außerordentlich ſtreng; er hatte unter Anderem den Unteroffizieren und Feldwebeln ſeines Bataillons eingeſchärft, genau darüber zu wachen, daß das Fraterniſtren des Militärs in dieſer Richtung mit Individuen der bürgerlichen Klaſſe ſo viel als möglich unterdrückt würde. Soldaten dagegen, die ſeine Befehle nicht achtelen, und die ſich durch ein ſolches Verlieren in andere Ständelin allerlei unangenehme Konflikte brachten, wußte er exemplariſch zu be⸗ ſtrafen. Er gab ihnen bei Waſſer und Brod Gelegenheit, über ihre Fehler nachzudenken, und wenn ſte anders mit der deutſchen Literatur bekannt waren, hatten ſte Zeit genug, in NumeroSi⸗ cher ſo nennen gefühlvolle Seelen das Arreſtlokal zu

jammern:

Schönheit war die Falle meiner Tugend, Auf dem Richtplatz hier verfluch' ich ſte!

Höher hinauf in den Kreiſen der Geſellſchaft, bei ſeinen Stabs⸗Kollegen, bei dem kleinen Adel, war dieſer Mann wegen ſeiner feſten Grundſätze anderer Art ſehr wohl gelitten. Der Major war nämlich überzeugt, daß der liebe Gott die höheren Klaſſen in einem Auflug von guter Laune zu ſechem Privat⸗ Vergnügen erſchaffen und zu deren Anfertigung en een