Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
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32 Zweites Kapitel.

zu vierundzwanzig gegeben, und Madame Weber hat die ihrigen ſelbſt eſſen können.

Ja, ja! jubelten die Weiber;ſo iſt es ihr ergangen, und wir wollen ſte ſchon noch kriegen! Damit erhoben ſte ſich von ihren Sitzen, um an ihr Geſchäft zu gehen.

Haltet mir eure Preiſe feſt und macht mir keine Geſchich⸗ ten! Mit dieſer Mahnung entließ die Oberin des Gemüſemark⸗ tes ihre Colleginnen und hob die Börſe auf.

Die Weiber verließen die Halle und giengen durch den Hof auf die Straße, nicht ohne unterwegs neugierige und auch wohl neidiſche Blicke auf die großen Haufen Gemüſe, auf die zahl⸗ reichen Hühner und Enten und auf die fetten Ferkel zu werfen.

Der Fuhrmann hatte unterdeſſen ebenfalls ſein Frühſtück beendet, ſtopfte ſich eine Pfeife und gieng in den Hof, nach ſeinen

Pferden und ſeinem Geſchirr zu ſehen.

Katharina holte aus dem Nebenzimmer einen großen, zier⸗ lich geflochtenen Korb, den ſte mit Beihülfe der Mutter mit dem feinſten und ſchönſten Obſt anfüllte; oben hinauf legte ſie ihre Blumenſträuße; die Mutter gab ihr Verhaltungsbefehle, ermahnte ſte, die beiden Mägde draußen, die vorläufig bei den Gemüſen und Früchten waren, wohl im Auge zu behalten und nicht weg⸗ laufen zu laſſen. Dann half ſte ihr den ſchweren Korb empor⸗ heben; Katharina nahm ihn leicht und gewandt auf ihren Kopf, und als ſie ſo dahinſchritt, das ſchöne Mädchen mit der ſchlanken Taille, mit der rechten Hand zierlich den Rand des Korbes hal⸗ tend, mit der linken ihre Röcke ein klein wenig erhebend, damit ſte auf dem Hofe nicht beſchmutzt würdd ſo hätte man glauben können, ſte thue das alles nur zu ihrem rgnügen, um ihre kräftigen und doch eleganten Körperformen ſehen zu laſſen, oder ſte ſei aus einem Bilde hervorgegangen, auf welchem der Maler