18 Erſtes Kapitel.
daß kein Gärtner ein ſolches gut zuſammengeſetztes Bouquet anzu⸗ fertigen im Stande ſei, wie ihre Katharina.
Es war alſo noch ſehr früh am Morgen; das Holz auf dem Heerde praſſelte, der Waſſerkeſſel ſummte, und Madame Schop⸗ pelmann vervollkommnete dies zu einem Terzett, indem ſie eine gewaltige Kaffeemühle handhabte und den Schwengel derſelben raſſelnd herumdrehte. Nahe beim Eingange ſaß der älteſte Sohn, Fritz, der Fuhrmann; er hatte beide Arme auf den Tiſch geſtemmt und ließ das Haupt darauf ruhen. Er war vollſtändig angezogen, und ſeine ſchweren Schuhe und Leder⸗Gamaſchen, ſowie das
dunkelbraune Wamms, dicht mit Staub bedeckt, zeigten deutlich
an, daß er heute Nacht über Land geweſen war. Jetzt richtete er ſich langſam in die Höhe, ſchob ſeine kleine Ledermütze auf das rechte Ohr und ſagte:„Da iſt nichts zu machen, die Anderen verderben uns alle Preiſe. Ich hätte Euch die Artiſchoken gern mitgebracht und auch beſſere Melonen; aber ein ſolches Sünden⸗ geld dafür hinlegen, das habe ich nicht über's Herz bringen können.“
„Und wer hat ſte dir denn wieder vor der Naſe weggekauft?“ fragte barſch die Mutter.
„Nun, wer denn ſonſt, als unſer Nachbar, der alte Sün⸗ der! Kam mir ſchon hohnlachend aus der Gärtnerei entgegen und unterſtand ſich, mir zu ſagen, wenn ich Artiſchoken oder Melonen wolle, könne ich ſie von ihm kaufen. Das Vieh! Aber der lauft mir noch einmal des Nachts in den Weg.—— Wenn ich nur Alles ſo genau wüßte!“— Mit dieſen Worten ſchlug der Fuͤhr⸗ mann ingrimmig auf den Tiſch, und dann ſpie er vor ſich nieder auf die Erde.
Die Mutter ſchien ihren Zorn über den verfehlten Melonen⸗
und Artiſchokenkauf an ihren Kaffeebohnen auslaſſen zu wollen,
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