Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
Entstehung
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Thränen reichlichund ich war allein bei ihm, ſo 4 ganz allein, und wenn ich nicht ſchon öfter dabei geweſen wäre, hätte ich es vielleicht nicht einmal gewußt, daß er geſtorben ſei, ſo ruhig und unverändert lag er da! Ach ja, das iſt unſer Aller Loos, und damit muß man ſich zu tröſten ſuchen der gute, alte Herr, und wie gern er auch Sie hatte ich würde gleich gekommen

2 ſein und es Ihnen geſagt haben, ja, ich war ſchon in Ihrer Thür, merkte aber wohl, wie ruhig Sie ſchliefen, und da dachte ich mir, Sie hörten es morgen früh zeitig genug. Nun, beruhigen Sie ſich nur, mein liebes

4 Fräulein, es bleibt ja hier unter Herrn Joſeph Alles beim

Alten, das gibt mir auch einigen Troſt deßhalb be⸗

ruhigen Sie ſich nur!

Sie hatte das mit einem beſorgten Blick auf Sophie wiederholt, weil dieſe lautlos auf ihr Kiſſen zurückgeſunken war dann aber beugte ſich Madame Kegel erſchreckt über das junge Mädchen, welches wachsbleich da lag, mit

geſchloſſenen Augen, ohne zu athmen, während ihre feinen

Finger leiſe zuckten.