Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
Entstehung
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Thut das meinetwegen, und Herr Schropps wird mir gewiß noch ein paar Minuten ſchenken.

Da nun dieſer lieber hierzu erbötig war, als in den nächſten Tagen wiederzukommen er hatte es hier durch⸗ aus nicht behaglich gefunden, ſo verbeugte er ſich ſchweigend, während Herr Schleimer der dicken Geſell⸗ ſchafterin in das Nebenzimmer folgte, wobei er ſeine Augen langſam und demüthig herabſinken ließ, doch nicht ohne ein verſtohlenes Blinzeln auf die volle Geſtalt der⸗ ſelben.

Der Form wegen bot Fräulein Wilhelmine Herrn Schropps abermals einen Stuhl an, doch ſchien es ihr angenehm, daß er vorzog, die wenigen Augenblicke ſtehen zu bleiben; denn ſie veranlaßte ihn ſogleich durch eine Bewegung, mit ihr im Zimmer auf und ab zu gehen, wobei ſie ſich etwas auffallend in der Nähe der Thüre zum Nebenzimmer hielt, und zuweilen einen Geſichtsaus⸗ druck annahm, als ſpitze ſie ihre Ohren, was ſie auch vielleicht in Wirklichkeit gethan haben würde, wenn es ihr möglich geweſen wäre.

Auch entging es Herrn Schropps nicht, daß ſie ihn nur mit Zerſtreuung anhörte, was ihm aber in ſo fern nicht unangenehm war, als es die leichtere Behandlung einer wichtigen Angelegenheit zuließ, zu welcher er nun auch ſogleich in der kurzen und beſtimmten Weiſe über⸗ ging, die ihm in Geſchäftsſachen eigen war. Er ſprach über die Verhältniſſe des jungen Mädchens zur Zeit, als ſie noch in dem Hauſe der Staatsräthin lebte, dann, als