Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
Entstehung
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discontiren zu laſſen, ſo würde ich die Unterſchrift dieſes Wechſels einer ſehr genauen Prüfung unterwerfen. Da dies aber wohl nicht der Fall ſein, er auch ſonſt wohl keine Veranlaſſung finden würde, mit Herrn Schleimer in Berührung zu kommen, ſo nahm er ihn als einen ſchnur⸗ rigen Kauz, der hier bei den beiden alten Frauenzimmern an richtiger Stelle war, und wartete mit Geduld, bis er ſich anderswohin verziehen würde, um dann mit Fräulein von Wanner etwas Geſchäftliches reden zu können.

Dazu machte der Herr Reiſeprediger auch gelinde An⸗ ſtalten, indem er langſam die Rechte nach ſeinem Hute aus⸗ ſtreckte, doch wollte Fräulein Wilhelmine es unter keiner Be⸗ dingung zugeben, daß er ſich ſo raſch wieder entferne, jedenfalls nicht, bevor er ein Tröpfchen Morgenwein mit einem Bis⸗ cuit zu ſich genommen, welche beſagten ſchönen Dinge von der Geſellſchafterin auch ſogleich und ſehr eilig herbeige⸗ bracht wurden.

Sie werden es gewiß begreiflich finden, wandte ſich Fräulein von Wanner an Herrn Schropps, indem ſie ihm ebenfalls ein Glas Wein aufnöthigte,daß ich einem ſo theuren Freund und Lehrer, wie Herrn Schleimer, nicht erlauben kann, uns ſogleich wieder zu verlaſſen, nachdem leider eine ſo geraume Zeit zwiſchen unſerer letzten Be⸗ gegnung vergangen. Ach, es iſt faſt ein halbes Jahr, ſeit ich dieſen theuren Mann nicht geſehen, dem ich zu großem Danke verpflichtet bin! Ja, Herr Schleimer, zu außerordentlichem Danke, ſetzte ſie mit großer Ent⸗ ſchiedenheit hinzu, als der theure Mann eine abwehrende