Teil eines Werkes 
4. Bd. (1874)
Entstehung
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von meiner Stirn'. Laß dich endlich erbitten laß dich durch mein Flehen erweichen!

Es rauſchte neben ihr wie auf den Boden nieder, und als ſie ſich raſch und mit thränenden Augen umwandte, konnte ſie nicht haſtig genug ihre Arme öffnen, um die Mutter in denſelben aufzufangen und ſie alsdann innig und herzlich an ſich zu drücken.

Drüben dicht über den fernen Bergen nahe am Hori⸗ zont ſchwebte die ſinkende Sonne und ſandte noch einen letzten leuchtenden Gruß herüber, das kleine Gemach plötz⸗ lich mit Licht erfüllend mit Licht und Glanz, wie um den langen, innigen Kuß zu weihen, den Sophie auf die Lippen ihrer Mutter drückte.

Dann klang von der Terraſſe her im Quartett der Violinen und des Cello eine fröhliche, aufjubelnde Weiſe, in welche ſich das Klingen der Gläſer miſchte, als Sophie Arm in Arm mit ihrer Mutter zu den Fröhlichen trat.

Ende.

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