Dichte Nebel verſchwinden, Wolken ziehen vorüber, getrieben von friſchem Lufthauch, und wenn nach trüben Regentagen hier und dort der blaue Himmel durchbricht, ſo ſieht es auf der weiten Ebene aus, als ſeien es die leuchtenden Sonnenſtrahlen, welche die eilfertig fliehenden Wolkenſchatten dahinjagen über Berg und Thal, um wieder allein zu herrſchen, Alles, was athmet, zu erfreuen, die Erde zu beglücken, ſo daß ſie dankbar aufſtrahlt unter Milliarden Brillanttropfen, unter rieſelndem Golde an Baumſtämmen auf dunklen Laubmaſſen ja, ſelbſt an ernſten Felſen. Auch wir, die wir durch dieſe ſchöne Erde wandern, vergeſſen dann gern, was Trauriges hinter uns liegt, beſonders wenn wir einem heiteren Ziele entgegen gehen, das uns zu lieben Freunden führt, mit denen wir in früheren Tagen gelebt und gelitten.
Dort vor uns auf der Höhe, geneigter Leſer, theure Leſerin, liegt unſer heutiges Ziel, halb verſteckt zwiſchen grünen Bäumen, ein ſtilles, einfaches, beſcheidenes Haus, auf zwei Seiten von Reben umrankt, vorn aber frei und offen, mit einer kunſtloſen, breiten Terraſſe, weit hinaus in die Ebene ſchauend mit ſeinem ſpitzen Giebeldach, mit
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