Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
Entstehung
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Georg,vornehm ebenfalls, denn wir ſind Künſtler, und was das Geld anbelangt, ſo ſehen Sie einmal zu, Ser⸗ vietten ſchwingender junger Menſch, ob Sie das da für echt halten?

Er hatte bei den letzten Worten in ſeine Weſtentaſche gelangt und ein Goldſtück über den Tiſch hinüber zu den Füßen des Kellners geſchleudert, wo es im Mondſtrahl funkelte,heben Sie es auf, betrachten Sie es, und nachdem Sie es wieder auf den Tiſch gelegt haben, bringen Sie die Weinkarte.

Der Kellner, etwas verblüfft, hatte gethan wie ihm befohlen, und als er hierauf, ſeine Serviette ruhig auf dem Arm hängend, davon gegangen war, um die Wein⸗ karte zu holen, ſagte Meiſter Georg:Ich liebe ſonſt der⸗ gleichen Renommiren nicht, aber einem ſolchen Tölpel darf man nicht anders kommen, und nun wollen wir luſtig ſein, was dich anbetrifft, wandte er ſich an den kleinen Jungen,ſo können wir dich füglich entlaſſen, denn das Inſtrument ſchleppe ich ſelbſt nach Hauſe; wenn du aber bleiben willſt oder wegen deiner Eltern bleiben darfſt, ſo ſollſt du was zu eſſen haben und auch einen guten Trunk.

Meine Eltern, ſagte der Kleine,kümmern ſich nicht darum, wann ich nach Hauſe komme; das Haus, wo wir wohnen, iſt die ganze Nacht offen, und ich finde auch im Dunkeln meinen Strohſack unter der Treppe, wenn ich bleiben darf, ſo bleibe ich.

Bleiben darfſt du, ſetze dich nur dort in den Winkel.