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hatte dann mit eiligen Schritten die Andern in Kurzem erreicht.
„Wohin geht ihr denn?“ fragte er, ſetzte aber, ohne eine Antwort abzuwarten, gleich darauf hinzu:„Nun, ich kann mir denken, wohin es euch zieht, wenn man ſo drei Stunden lang in der übermäßigen Hitze gefidelt und ge⸗ kratzt hat, daß einem die Augen entzündet ſind und die Kehle trocken geworden wie ein Bimsſtein, da ſucht man mit vollem Rechte nach einer kühlen Labung, und wenn das, wie ich ſicher vermuthe, eure Abſicht iſt, ſo weiß ich einen wunderbar heimlichen Ort, nicht tief unten im Keller, ſondern in Gottes freier Nachtluft, wo ein herrlicher Tropfen zu haben iſt.“
„Das wäre allerdings unſere Abſicht,“ erwiederte einer der Violiniſten,„— aber— die Kraft iſt ſchwach, allein die Luſt iſt groß. Waſſer iſt ein kühles Getränke, wenn—“
„Nun, wenn?“ fragte der, den die Anderen Meiſter Georg genannt.
„Nun, wenn— die Taſchen leer ſind.“
„Ein leidig Lied, ein traurig Lied,“ lachte der Andere, „ich kenne auch wohl dieſe Melodie, dieſes wehmüthige Adagio, kann aber heute darauf mit einem luſtigen Scherzo dienen, und wenn ihr mir einen Gefallen thun wollt, ſo geht mit mir; ich habe heute eine unverhoffte und gute Einnahme gehabt,— Geld— Geld, was mir gerade ſo in der Taſche brennt, als hätte es den gleichen Durſt wie ich.“
„Dem und dir kann geholfen werden,“ lachte der


