zogen hatte—„der würdige Herr Doktor Flecker, den ich zu meinem Leibmedicus machen würde, wenn ich König wäre— ein braver Mann, ein weiſer Mann, denn er beſorgt ſeine Wunderkuren nicht mit den ſcheußlichen Tropfen aus der Apo⸗ theke, ſondern mit Hausmitteln; ja, verehrteſte Herren, Freunde und Collegen—“ hier zitterte ſeine Stimme vor Rührung— nmit den einfachſten Hausmitteln— und deßhalb ſoll er leben“ —— brüllte er nun mit aller Kraft ſeiner immenſen Lun⸗ gen—„leben— der Herr Doktor Flecker und alle Hausmittel — hoch— hoch— und abermals hoch!“
Der Doktor konnte mit der Ovation, die ihm dargebracht wurde, zufrieden ſein, denn ihm gellten die Ohren davon und die Fenſter klirrten ordentlich darnach.
Um ſeinen Dank auszuſprechen, trat er nah zum Tiſche, ließ ſich ein volles Glas reichen und ſagte, nachdem er einen Augenblick die Brillenſtange mit dem Daumen⸗ und Zeige⸗ finger gefaßt:
„Meine verehrten, lieben Herren und Freunde, da wir einmal bei dem Kapitel ſind, um den Urſachen nachzuſpüren, die mit⸗ helfen, um, wie ſich mein verehrter Vorredner ſchmeichelhaft für mich ausdrückte, ein Wunder zu bewirken, ſo werden Sie mir erlauben, daß ich allerdings die Hausmittel gelten laſſe. Ich muß aber in vorliegendem Falle, werden Sie mir zugeben, noch weiter zurückgreifen, um eines Mannes zu gedenken, der es mir möglich machte, der, wollte ich ſagen, mich in den Fall ſetzte, Hausmittel anwenden zu können; mit einem Worte eines Mannes, der mir, wenn auch als willenloſes Werkzeug diente, die Bekanntſchaft mit dem Herrn Grafen von Helfenberg zu machen, item eines braven Mannes, den manche unter euch gekannt, geſchätzt, geliebt.“—
Zwei Jahre ſpäter. 327
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