Teil eines Werkes 
5. Bd. (1858)
Entstehung
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302 Dreiundſechzigſtes Kapitel.— Das Ende.

daraus machen, ihnen ein zierliches Circular zuzufertigen: Ihr bisheriger Hausarzt, Doktor Flecker, ſieht ſich veranlaßt u. ſ. w. u. ſ. w. Aber meinen Patienten darf ich nicht ſo kommen; item, wir ſind lauter gute Freunde mit einander, wir bilden, ſo zu ſagen, eine einzige, wenn auch mitunter etwas traurige, Familie, deren Oberhaupt ich zu ſein die Ehre habe; und dieſe Ehre iſt mir viel zu groß, als daß ich ſie ſo leichtſinnig wegwerfen ſollte. Ich verſichere Sie, Baron Breda, meine armen Kranken, namentlich die Kinder, ſind meiſtens ein dank⸗ bares Volk; ſie ſchauen zu mir wie zu etwas recht Hohem empor, und das ſchmeichelt.“

„Ich beneide Sie um Ihre Beſchäftigung und um Ihren Humor, Doktor,“ verſetzte Herr von Breda.„Und Sie haben vollkommen Recht; Helfenberg bedarf ja, Gott ſei Dank, Ihrer Hülfe jetzt nicht mehr.“

„Nein, er bedarf ihrer jetzt nicht mehr,“ antwortete der Armenarzt in eigenthümlichem Tone.„Gott hat mir gnädigſt geſtattet, ihn herzuſtellen; aber—“

„Leben Sie wohl, Doktor!“ rief haſtig der Baron; „meine Zeit drängt.— Auf fröhliches Wiederſehen!“

Damit verließ er den einigermaßen erſtaunten Arzt und hatte in Kurzem ſeine Wohnung erreicht, wo ein bepackter Reiſewagen ſtand, an den ſo eben die Pferde geſpannt wurden.

George von Breda hatte nur noch wenig in ſeinen Zim⸗ mern zu thun. Mit einem unausſprechlich traurigen Gefühle nahm er ſeine Brieftaſche hervor, in der ſich jene Roſe und das Geldſtück befanden, legte das alles in ein Käſtchen, und als er dieſes zuſchloß, ſprach er leiſe zu ſich ſelbſt: Welche Ge⸗ danken werden mich bewegen, wenn ich es wieder öffne?