Teil eines Werkes 
5. Bd. (1858)
Entstehung
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Das Ende. 301

ſetzte:„Da iſt uns ein edler Freund geſtorben, ſonſt eine ronderbare Perſönlichkeit, die viel Gutes hätte wirken können, wenn ſie nicht in dem Wahne befangen geweſen wäre, es ſei ihre Schuldigkeit, allen Menſchen zu helfen.“

„Und das können wir doch nicht, beſter Herr Doktor,“ ſagte George von Breda mit Betonung.„Was dem Einen zum Glücke ausſchlägt, führt oft das Unglück eines Anderen herbei.“

„So iſt es, Herr Baron. Hängen wir doch mit unſe⸗ ren Nebenmenſchen in Art einer Wage zuſammen: was Die⸗ ſen erhebt, drückt Jenen hinab.“

„Ja, das iſt richtig,“ meinte Herr von Breda mit leiſer Stimme. 1

„Bah!“ rief der Armenarzt achſelzuckend,„man muß darüber nicht nachgrübeln. Das hab' ich neulich an mir ſelbſt geſpürt— item, es iſt Unſinn! Heute ſinkt die Wagſchale unſeres Lebens, morgen ſteigt ſie wieder.“

„Und zu dem Steigen kann man das Seinige beitragen.“

Der Doktor blickte den Baron fragend an.

„Man entledige ſich ſo viel thunlich des Ballaſtes, der unſere Seele niederdrückt; man werfe alle thörichten Hoffnun⸗ gen und Wünſche über Bord.“

„Wer das kann.“

„Ja, wer das kann!“ ſprach ſeufzend George von Breda. „Apropos,“ fuhr er nach einer Pauſe fort, während welcher Beide ſtillſchweigend fortgeſchritten waren,„man ſagte mir, auch Sie würden die Stadt verlaſſen, um ganz bei Helfenberg zu bleiben. Iſt dem ſo?“

Der Doktor ſchüttelte mit dem Kopfe.„Ich kann meine „Armen nicht verlaſſen,“ ſagte er.„Den Teufel auch! Sie werden mir zugeben, daß das nicht ſo leicht geht. Wenn meine Kranken reiche Leute wären, ſo würde ich mir nichts

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