Eine Leidenſchaft. 27
nichts zu mäkeln haben wirſt, vorausgeſetzt, daß du Mangel an Vermögen nicht als Hinderniß betrachteſt.“
„Das wäre Fremonts Sache.“
„Ich nenne dir ein junges Mädchen von ſeltener Schön⸗ heit, gut erzogen, rein wie ein Engel.“
„Wie alt iſt deine Schönheit?“ fragte der Baron.
„Bald neunzehn Jahre.“
„Du verſprichſt ungeheuer viel.“
„Pfui, George! für das Mädchen ſtehe ich ein. Ich ſage dir: jung, ſchön, vortrefflich erzogen, herzensgut, hat noch nie eine Liaiſon gehabt.“
„Neunzehn Jahre alt?— So nenne mir dieſes Wunder.“
„Eugenie,“ ſprach die Baronin und blickte ihren Mann lächelnd an.
Kam die Nennung dieſes Namens dem Baron ſo uner⸗ wartet oder hatte er ſich die Finger verbrannt— genug, er ließ ſeine Cigarre zu Boden fallen und ſtieß ſie dann, wie erzürnt über ſein Ungeſchick, in die Aſche des Kamins.
„Eugenie?“ wiederholte er fragend und verſuchte dabei zu lächeln; doch wollten ſeine Lippen nicht recht aus einander, vielmehr preßten ſie ſich heftig zuſammen, nachdem er kopf⸗ ſchüttelnd wiederholt:„Eugenie?— Welche Idee!“
„Iſt ſie nicht jung und ſchön?“
Herr von Breda blickte ſtarr in die Gluth und nickte faſt unmerklich mit dem Kopfe. Er hatte ſich gewaltſam gefaßt, und als er nun abermals den Verſuch machte, zu lächeln, ge⸗ lang ihm das wirklich nicht ganz ſchlecht.
„Herzensgut und gebildet?“
„O gewiß, o gewiß!“


