Dreiundzwanzigſtes Kapitel.
behaglich, warf etwas Holz in den Ofen und ſchritt dann händereibend in dem Gemach auf und ab.„Wenn die Frau richt falſch geſehen hat,“ ſprach er zu ſich ſelber,„ſo bin ich
doch begierig, was es dort mit dem Lichte für eine Bewandt⸗ niß hat. Vielleicht iſt es der Herr Rechtsconſulent ſelber, der abſichtlich ſehen läßt, daß er das Bureau verläßt, um dann wieder zurückzukehren und heimlicher Weiſe noch etwas zu ar⸗ beiten. Aber Herr Doktor Plager pflegt nicht zu flüſtern und noch weniger zu lachen.“
Unter dieſen Gedanken war Don Larioz in die Ecke des Zimmers getreten, wo ſein langer Stoßdegen lehnte, eine echte alte Toledoklinge, den er jetzt, in Gedanken verſunken, unter den Arm nahm und ſo ſeinen Spaziergang fortſetzte. Doch hatte er das Zimmer noch nicht zwei Mal durchmeſſen und kehrte gerade der Stubenthür den Rücken, als er in ſei⸗ nen Phantaſieen durch ein lautes Lachen unterbrochen wurde, das ihn unangenehm berührt haben würde, wenn er die Stimme nicht augenblicklich als die des Armenarztes erkannt hätte.
„Das muß ich ſagen,“ rief derſelbe,„unſer edler anda⸗ luſiſcher Freund, kaum aus dem Krankenbett wieder aufgeſtan⸗ den, ſcheint irgend einen Kampf beſtehen zu wollen, vielleicht ein Gefecht mit Windmühlen oder Rieſen. Aber Sie werden mir zugeben, Verehrteſter, daß ich eigentlich hätte gefragt wer⸗ den ſollen, ehe man in ſeinem Zimmer ſo extravagante Be⸗ wegungen macht. Ei! ei! Sie können ſich darauf verlaſſen, daß ich Ihnen dieſe Bewegungen nicht mißgönne, aber ruhig, alter Freund! So etwas Hin⸗ und Herſchlendern im Zimmer, das könnten wir uns am Ende ſchon gefallen laſſen, aber nehmen Sie mir nicht übel, daß ich Sie da auf und ab rennen
ſehe, den Degen unter dem Arm, den Kopf erhitzt von Gan


