Don Quixote und Tiger. 285
„Die grünen Vorhänge waren herabgelaſſen und doch ſah ich das Licht durchſchimmern.“
„Iſt das ein Ereigniß?“ meinte Herr Larioz.„Da wird Herr Doktor Plager noch in ſeinem Zimmer gearbeitet haben.“
„Nein, nein, das hat Herr Doktor Plager nicht gethan,“ ſagte eifrig die alte Perſon und ſetzte pfiffig lächelnd hinzu: „Wir ſind auch nicht ſo dumm.“
„Wie wir ausſehen,“ flüſterte Gottſchalk.
„Als ich das Licht zum erſten Mal ſchimmern ſah, ging ich zur Hausthür hinein, nach dem Zimmer des Herrn. Das war aber geſchloſſen, und ich erinnerte mich auch wohl, ihn eine halbe Stunde vorher weggehen geſehen zu haben.“
„Das hätte Sie mir gleich ſagen ſollen,“ verſetzte Herr Larioz ernſt.
„Ja, du mein Gott, das konnte ich ja nicht! Herr Larioz waren ja krank, und der Herr Doktor Flecker hakte befohlen, Sie nicht zu ſtören.“
„Und du haſt auch darum gewußt?“ fragte der Schreiber den Knaben.
„Mir hat es der Tiger erzählt, wie Ihnen ſo eben, aber ich glaube, er hat nicht recht geſehen. Was ſoll das geweſen ſein? Ich dachte freilich Anfangs an Spitzbuben, aber als ich den andern Morgen auf das Bureau kam, da war Alles wie Tags vorher, nichts in Unordnung, nichts fehlte. Und da hätte ich denn beinahe die Anſicht der alten Frau getheilt,“ ſetzte er ſchelmiſch lachend hinzu.
„Welche Anſicht?“
„Es ſeien Geiſter oder Geſpenſter geweſen.“


