Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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262 Zweiundzwanzigſtes Kapitel.

verlegen:„Euer Erlaucht ſind zu gnädig: ich weiß nicht, wie ich dazu komme, ſo freundlich von Ihnen behandelt zu werden.“

„Das iſt ſehr einfach,“ antwortete der Neffe des Jä⸗ gers,„ich mache es Ihnen gerade ſo, wie Sie mir es machen. Sie haben mich freundlich aufgenommen, und dafür kann ich doch, weiß Gott im Himmel! nicht weniger thun, als daß ich Ihnen mit ſolchen Kleinigkeiten zeige, wie ſehr es mich freut, wenn ich Sie zuweilen ſehe.“

Er hatte bei dieſen Worten einen Stuhl genommen und ſich neben die Frau Großmutter geſetzt.

Dieſe ſagte mit einem feinen Lächeln:„Es iſt aber eigentlich recht lange her und viel, daß ſich der Herr Graf Helfenberg der damals ſo luſtigen Katharine, die fleißig mit ihm geſpielt, wieder erinnert.“

„Ja, es iſt lange her!“ ſeufzte der junge Mann.

„Es war der Anfang meiner traurigen Tage,“ fuhr die Großmutter fort, und dabei blickte ſie mit ihrem leuchtenden Auge vor ſich hin, als wollte ſie Jahr um Jahr in Gedan⸗ ken auf die Seite ſchieben, als wollte ſie die Mauern des kleinen Zimmers, das ſie nun ſo lange nicht mehr verlaſſen, durchbrechen, um aus dem Winter ihres Lebens und der Gegenwart nach dem Sommer ihres Daſeins zurückzukehren, wo aber die Blüthe ihres Lebens ſchon vorüber war, und nach den grünen Waldplätzen, wo ſie damals ſchon nichts mehr thun konnte, als mit dem kleinen Sohne des alten Grafen Helfenberg zu ſpielen, wenn er, wie häufig geſchah, mit ſeinem Vater zum Beſuche zu ihrer ehemaligen Herrſchaft kam.

„Ja, die Zeiten haben ſich recht geändert,“ verſetzte der

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