Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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Polniſcher Punſch. 317

Auch er war ihrem Beiſpiele gefolgt und hatte den Kopf niedergeſenkt, ſo tief, daß ſeine Lippen ihr Haar berührten.

O, man kann das nicht lange aushalten, fuhr Clemen⸗ tine fort, nachdem ſie ein paar Sekunden in dieſer Stellung verharrt.Das verwirrt ordentlich die Sinne. Ah! machte ſie und warf ihren Kopf heftig zurück. Da er in dieſem Augenblicke nicht das Gleiche that, ſondern nur ſein etwas bleiches Geſicht gegen das glühende des jungen Mädchens wandte, ſo war es von ihrer Seite wirklich ganz abſichtslos und unwillkürlich wir wollen das wenigſtens annehmen, daß ſich ihre Lippen fanden und auch ſogar einen kleinen Moment in dieſer Bewegung verharrten.

Da hörten die Beiden eine tiefe Stimme hinter ſich ſagen: Das iſt alſo ein polniſcher Punſch?

So überraſcht werden iſt immer eine höchſt mißliche Sache; es gibt da freilich allerhand Auswege, aber ſie ſind nicht im⸗ mer mit Vortheil anzuggenden; man kann die Sache höchſt gleichgültig nehmen, als habe der, welcher uns überraſcht, mit ſeinen vielleicht ſehr vortrefflichen Augen ſich doch nur geirrt; doch gehört dazu eine außerordentliche Frechheit, die nicht Jeder beſitzt; man kann die Geſchichte in Lachen verkehren; ſie kann es für einen etwas albernen und unziemlichen Scherz declari⸗ ren; doch bedarf es dazu einer Geiſtesgegenwart, die in dieſem Umfange ebenfalls nicht Jedermanns Sache iſt; man kann mit einem Schrei aus einander fahren, der eine Theil kann ſich flüchten, der andere mit einem gewiſſen bekannten Geſichtsaus⸗ druck überraſcht ſtehen bleiben, und das iſt die gewöhnliche Löſung ſolcher verdrießlichen Rencontres; aber es iſt ein bis⸗ chen compromittirend.

Der Graf und Clementine, eigentlich ſie allein, behan⸗