Zweites Kapitel.
Fremde Umgebungen.
Wenn der geneigte Leſer am Schluſſe des vorigen Kapi⸗ tels vielleicht mit einiger Spannung oder Gefühlen des Mit⸗ leids für den armen Schneiderjungen verblieb, ſo macht das ſei⸗ nem Herzen alle Ehre; doch ſind wir weit entfernt, daraus den Schluß ziehen zu wollen, als glaube er in unſerem aufge⸗ klärten Jahrhundert an ein Sichtbarwerden des Teufels. Auch wir glauben nicht daran und wollen deßhalb dem freundlichen Leſer gerne eine kurze Erklärung geben, daß Gottſchalk nicht vom Teufel geholt wurde. Die Geſtalt aber, die in der Mitter⸗ nachtsſtunde vor dem Gitter erſchien, an welchem der Knabe hing, kann auf keinen Fall weggeläugnet werden, und wenn auch der Lehrjunge nicht die Augen des Meiſters hatte und deßhalb weder Hörner noch Krallen entdeckte, Jo ſah er doch ein unheimlich langes Etwas hinter ſich ſtehen, mit einem ha⸗ geren Geſichte, aus welchem große glänzende Augen ihn feſt anſchauten. Daß er hierüber erſchrak, das Gitter losließ
Hackländer, Don Quixote. I. 2


